08.12.2013

Aus Spinn-Kurs wird feste Gruppe

Schafwoll-Spinnerinnen wollen sich monatlich in der Heimatstube treffen

Wietzen. Unter dem Dach der Heimatstube Wietzen wird es bald eine neue Spinn-Gruppe geben. Nachdem sich zehn Frauen im Alter zwischen 26 und 75 Jahren zu einem VHS-Kurs „Schafwolle spinnen“ getroffen hatten, will sich ein Großteil davon ab Januar künftig einmal monatlich an die Spinnräder setzen und Schafwolle wie in alter Zeit verarbeiten. Der ursprünglich in Hoya anberaumte Kursus war zuvor kurzerhand in die Heimatstube Wietzen verlegt worden, weil alle Teilnehmerinnen von dort kamen. Mit Christina Blankenburg, gelernte Schäferin und ehemalige Thüringische Landesvizemeisterin am Spinnrad, führte eine ausgewiesene Fachfrau ins Handwerk aus Ururomas Zeiten ein.

Für Wolle hatte die Dozentin gesorgt, die Spinnräder kamen teils aus dem Heimatstuben-Fundus, größtenteils jedoch aus altem Familienbesitz. Eine Teilnehmerin arbeitete am Familienspinnrad aus dem Jahr 1904, eine andere klapperte fleißig am Erbstück von anno 1880. Für die meisten war das Schafwolle-Spinnen Neuland.

Einen leichten Vorteil hatten jene Frauen, die bereits seit Jahren in der Flachsspinngruppe aktiv sind – ihnen ging zumindest das gleichmäßige Treten am Spinnrad flott vom Fuße. „Ansonsten ist das Spinnen von Wolle schwieriger als Flachsverspinnen“, so die Erfahrung von Renate Siemers, die sich um die Organisation des Kurses gekümmert hatte.

Angeregt hatte Heimatstubenleiter Friedrich Timke die neue alte Aktivität: „Ich freue mich, dass damit bei uns ein weiteres Stück Brauchtum gepflegt wird.“ Unterstützt wird die Gruppe auch weiterhin von Christina Blankenburg.

Und vielleicht können Heimatstuben-Besucher im Sommer ja schon erstmals die Wollespinnerinnen in Aktion sehen.

ch

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Erstellt:
8. Dezember 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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