Landkreis 15.11.2017 Von Die Harke

Ausbildung und Feiertag

Obermeistertagung der Kreishandwerkschaft Diepholz-Nienburg

Das Siegel des Handwerks für zertifizierte Ausbildungsbetriebe, „primAQ“, die Einführung eines neuen niedersächsischen Feiertags und der vor seiner Verabschiedung letzte Besuch des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Hannover, Jans-Paul Ernsting, standen im Mittelpunkt der Obermeistertagung der Kreishandwerkerschaft Diepholz-Nienburg im Forsthaus Heiligenberg. Mit dem Zertifikat „primAQ“ wird die Qualität der Ausbildung in Handwerksbetrieben von einem unabhängigen Expertenbeirat geprüft und bewertet. Erfüllt der Bewerber zumindest 75 Prozent der Beurteilungskriterien, wird er zertifiziert und kann bei den jungen Menschen für seine Ausbildung werben.

Die Kriterien reichen von der Frage, ob der Betrieb das selbstständige Arbeiten der Azubis im Geschäftsprozess fördert, bis zur Frage, ob die Azubis in Zusatzqualifikationen unterstützt werden. Bislang wurden rund 20 Betriebe im Kammerbezirk ausgezeichnet.

Kritisch betrachteten die Obermeister die Diskussion um die Einführung des Reformationstages als neuen Feiertag. „Für die Politik mag es leicht sein, einen solchen Feiertag einzuführen, denn zu bezahlen haben dies die Unternehmen“, heißt es seitens der Kammer: „Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass wir uns zwar gerade in einem konjunkturellen Aufschwung befinden, aber die nächste Abwärtsentwicklung gleichwohl sicher ist.“

Die Wirtschaft darf nach Auffassung der Obermeister nicht mit Kosten in Millionenhöhe belastet werden, die in einem Abschwung wie ein Mühlstein an den Betrieben lasteten. In vielen handwerklichen Branchen würde bereits deutlich mehr als der gesetzliche Mindesturlaub von nur vier Wochen gewährt, sodass es für die Mitarbeiter genügend Spielraum gebe, teilen die Obermeister mit.

„Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass es einen Grund hatte, warum der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag aufgegeben wurde: Die hohen Lohnkosten sollten eine Entlastung erfahren“, heißt es seitens der Kammer: „An den vergleichsweise hohen Lohnkosten hat sich seitdem nichts verändert - im Gegenteil.“

Kreishandwerksmeister Matthias Wendland zog zudem Resümee zum Bundestagswahlergebnis.

Lediglich 4,5 Prozent der Abgeordneten wiesen eine handwerkliche Ausbildung auf. Mit einer so geringen Quote sei kaum zu erwarten, dass die Interessen des Handwerks hinreichend Berücksichtigung fänden. Dies müsse ein Ansporn für die zukünftige Kandidatenauswahl bei den Parteien sein, stärker Bewerber mit einem handwerklichen Hintergrund für eine Kandidatur zu gewinnen.

Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting bedankte sich für die mehr als 26-jährige Zusammenarbeit mit dem Handwerk in Diepholz und Nienburg. Starke Betriebe und lange Jahre die einzige gelungene Fusion von zwei Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk hätten sich bei ihm eingeprägt.

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Erstellt:
15. November 2017, 21:00 Uhr
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