Austausch über Erfahrungen der Migranten (von links): Carmen Prummer, Seyed Mohammad Hossein Amiri, Cüneyt Dur, Karim Iraki, Macide Baykus, Gülhan Günes, Dilek Dur, Dursun Ali Önver, Zakir Üner. Nicht dabei sein konnten Milkiya Kacar und Züleyha Caliskan. Foto: Landkreis

Austausch über Erfahrungen der Migranten (von links): Carmen Prummer, Seyed Mohammad Hossein Amiri, Cüneyt Dur, Karim Iraki, Macide Baykus, Gülhan Günes, Dilek Dur, Dursun Ali Önver, Zakir Üner. Nicht dabei sein konnten Milkiya Kacar und Züleyha Caliskan. Foto: Landkreis

Landkreis 03.10.2020 Von Die Harke

Austausch als gute Grundlage

Erstes Netzwerktreffen der Migrantenselbstorganisationen

Die Koordinierungsstelle Migration und Bildung beim Landkreis Nienburg hat erstmalig in Coronazeiten zu einem Austausch der Migrantenselbstorganisationen eingeladen. Es ging unter anderem um die erfolgreiche Umsetzung der Hygieneregeln in den Communities und um persönliche Erfahrungen mit Rassismus im Landkreis Nienburg.

„In der Regel tauschen wir uns zwei bis drei Mal jährlich zu unterschiedlichen Migrationsthemen aus. In diesem Jahr ist es coronabedingt der erste „persönliche“ Austausch gewesen“, erläutert Carmen Prummer, Leiterin der Koordinierungsstelle Migration und Bildung. „Wir“, das sind als Mitglieder der Migrantenselbstorganisationen die drei Türkisch-Islamischen Gemeinden in Nienburg, Rehburg und Uchte e. V., der Yezidische Kulturverein e. V, der Afghanische Kulturverein e. V. und Menschen helfen Menschen e. V. Koordiniert wird das Netzwerk von Carmen Prummer vom Landkreis Nienburg.

Dieses erste Arbeitstreffen in diesem Jahr fand in der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Nienburg statt, wo die dortige Teestube als geeigneter Raum für die erforderlichen Hygieneregeln genutzt werden konnte. Natürlich war Corona auch bei diesem Zusammentreffen eines der Topthemen. Ganz vorbildlich hätten alle Migrantenselbstorganisationen die aktuellen Regelungen und Vorschriften in ihre Communities weitergeleitet, resümiert Carmen Prummer. So haben insbesondere die drei Türkisch-Islamischen Gemeinden die Besuchenden der Gebetsräume laufend entsprechend informiert.

Die Gesundheit und Rücksichtnahme gerade der älteren Mitbürgerinnen und Bürger stand und steht immer im Focus. Hygienekonzepte wurden entwickelt, Rückkehrende von Reisen sorgfältig informiert. In Fällen von Quarantäne gab es stets sprachliche Unterstützung. „Alle sechs aktiven Organisationen haben in enger Abstimmung mit der Kreisverwaltung ihre Mitglieder informiert. Auch Dank dieser engen Kooperation gab es im Vergleich zu anderen Regionen bei uns im Landkreis Nienburg nur wenige Hotspots“, unterstreicht Carmen Prummer.

Als weiteres Hauptthema wurde über persönliche Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung gesprochen. Immer wieder komme es vor, dass Menschen im Landkreis aufgrund ihres Äußeren, ihrer Religion oder ihrer Hautfarbe ausgegrenzt würden. Das berichteten die Anwesenden als Vertreterinnen und Vertreter ihrer Organisationen. Deshalb plant das Netzwerk für kommendes Jahr eine Veranstaltungsreihe mit Buchlesung, Diskussionen und einigem mehr zum Thema Rassismus. „Kultur- und religionsübergreifender Austausch ist eine gute Grundlage, um Bedarfe und Problemlagen zu erkennen, aber vor allem, um Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten“, so Carmen Prummer. Ziel sei immer die gesamtgesellschaftliche Integration und das Fortbestehen der guten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Integrationsakteure.

Die Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle Migration und Bildung stehen bei Interesse und Fragen unter Telefon (0 50 21) 96 76 86 und per E-Mail an migration@kreis-ni.de zur Verfügung.

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Erstellt:
3. Oktober 2020, 18:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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