Austausch zu grenzüberschreitender Polizeiarbeit

Austausch zu grenzüberschreitender Polizeiarbeit

Der Leiter der Stabsstelle „Internationales“ der Polizeiakademie Niedersachsen, Henning Dreyer, beim Start der Veranstaltung Foto: Polizeiakademie Niedersachsen

Um in einer zunehmend vernetzten Welt Verbrechen wirksam bekämpfen zu können, müssen die Sicherheitsbehörden auch verstärkt staatenübergreifend zusammenarbeiten. Angehende Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sollten daher über grundlegende Kenntnisse der Polizeiarbeit in anderen Ländern verfügen und die wesentlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und Instrumente kennen, die bei der polizeilichen Kooperation vor allem in Europa eine Rolle spielen.

Vor diesem Hintergrund richtet die Polizeiakademie Niedersachsen seit 2013 jährlich einen englischsprachigen Studienkurs aus, zu dem verschiedene ausländische Partnereinrichtungen Studierende entsenden.

In der vergangenen Woche fand diese Veranstaltung anders als sonst, nicht am Studienort Hann. Münden, sondern Corona bedingt erstmals in rein virtueller Form statt. Dafür hat die Stabsstelle „Internationales“ der Akademie ein innovatives Format entwickelt, das sowohl Raum für den fachlichen Dialog, aber auch den wichtigen persönlichen Austausch bietet.

Im ersten Teil des Studienkurses erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über den Aufbau der niedersächsischen Polizei und die Organisation des hiesigen Bachelorstudiums. Ferner wurden die hier verwendeten polizeilichen Einsatz- und Führungsmittel sowie die zur Ausbildung gehörenden Trainings vorgestellt. Dies ermöglichte es den Beteiligten, Vergleiche zu den Gegebenheiten in ihren Heimatländern zu ziehen.

Im zweiten Teil ging es um die verschiedenen Facetten der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit. Dabei kamen die Themen verdeckte Ermittlungen und Cyberkriminalität genauso zur Sprache wie der Europäische Haftbefehl und die enge polizeiliche Zusammenarbeit an Ländergrenzen am Beispiel von Deutschland und den Niederlanden.

Einblicke zu internationalen Ermittlungen

Lehrkräfte für Spezialthemen gaben Einblicke zu internationalen Ermittlungen, zur Aufklärung bislang ungelöster Kriminalfälle („cold cases“), Dokumentenprüfungen, polizeiliche Auslandsmissionen sowie Amokfälle und terroristische Einzelangriffe.

Damit die Studierenden während des Kurses die Möglichkeit hatten, sich untereinander besser kennenzulernen und auch zu vernetzen, standen ein virtuelles Escape Room-Spiel und ein Online-Quiz auf dem Plan. Von der Polizeiakademie produzierte Fitnessvideos sollten zudem dazu anregen, während der Pausen ein wenig sportlichen Ausgleich zu suchen.

In seinem Grußwort an die Teilnehmenden zeigte sich der Direktor der Polizeiakademie, Carsten Rose, erfreut über die ausgesprochen positive Resonanz auf dieses in der Geschichte der Akademie bislang einmalige Lehrangebot. Mit 44 Teilnehmenden aus 17 europäischen Staaten konnten deutlich mehr Studierende teilnehmen, als dies bei einer Präsenzveranstaltung möglich gewesen wäre.

Gleichzeitig sah er darin ein wichtiges Zeichen: „Mit unserem Angebot zeigen wir, dass wir eine moderne, weltoffene polizeiliche Bildungseinrichtung sind und uns auch technisch auf der Höhe der Zeit bewegen. Zugleich festigen wir mit dem Studienkurs auch unsere internationalen Hochschulkooperationen und Erasmus+-Partnerschaften.“