21.10.2012

„Ausufern der Kosten verhindern“

Nienburgs MIT-Kreisvorstand für grundlegende Reform des Erneuerbare Energien-Gesetzes

Liebenau (DH). Die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW haben bekanntgegeben, dass die Höhe der Ökostromumlage auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde steigt. Die Umlage erhöht sich, weil immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird und der Ökostrom den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen wird, die über den Markttarifen liegen. Diese Differenz wird über die Umlage von den Verbrauchern bezahlt. „Der enorme Sprung der Ökostromumlage von 3,59 auf 5,277 Cent je Kilowattstunde führt die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) eindrucksvoll vor Augen. Ein Anstieg von knapp 50 Prozent der auf den Strompreis aufgeschlagenen Umlage zur Förderung von Wind- und Solarstrom muss der Bundesregierung ein eindringliches Alarmsignal sein, das EEG rasch und entschlossen zu überarbeiten“, so MIT-Kreisvorsitzender Karsten Heineking.

„Es darf nicht sein, dass Kleinunternehmer, Handwerker und Verbraucher die Zeche bezahlen. Jetzt kommt es darauf an, zügig ein tragfähiges Gesetz vorzulegen, welches ein weiteres Ausufern der Energiekosten verhindert“, waren sich die Vorstandsmitglieder auf der jüngsten Sitzung des MIT- Kreisverbandes Nienburg einig.

Das EEG in seiner jetzigen Form ist verantwortlich, dass die Kosten für die Energiewende explodieren. „Dies geht nicht zuletzt auch zu Lasten der Mittelständler und Verbraucher im Landkreis Nienburg. Schuld daran sind staatlich festgesetzte und differenzierte Vergütungssätze und die Einspeisungsgarantie für Strom aus erneuerbaren Energien.

Durch die Förderung ist der Anteil des EEG-Stromes stark angestiegen und wird weiter steigen“, hob der stellvertretende Vorsitzende Gunter Rahlfs aus Uchte hervor. „Die Einspeisevergütung richtet sich nicht nach dem Marktpreis, sondern nach dem Gesetz. Sie wird bezahlt, unabhängig davon, ob der Strompreis hoch oder niedrig ist“, bemerkte Vorstandsmitglied Volker Speckmann aus Stolzenau.

Eine Beibehaltung des gegenwärtigen EEGs würde zu weiteren Fehlsteuerungen bei Investitionen und bei Forschung und Entwicklung führen sowie die Versorgungssicherheit in Deutschland massiv gefährden, da erneuerbare Energien derzeit nur bedingt speicherfähig sind. Ein Vorhalten von Kalt-reserven und Kapazitätsmärkten ist die Folge. Dies bedeutet weitere massive Kostensteigerungen für Verbraucher und Wirtschaft.

„Die Umstellung auf erneuerbare Energien kann es nicht zum Nulltarif geben. Die große Herausforderung besteht darin, Privathaushalte nicht über Gebühr zu belasten und die Wirtschaft nicht zu schwächen. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer niedersächsischen Unternehmen und die Sicherung Tausender Arbeitsplätze müssen gewährleistet bleiben“, forderte der MIT-Kreisvorsitzende Karsten Heineking abschließend.

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Erstellt:
21. Oktober 2012, 00:00 Uhr
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