Blick auf die zukünftige Autobahn 14 zwischen Colbitz und Dolle. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Blick auf die zukünftige Autobahn 14 zwischen Colbitz und Dolle. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin 15.09.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Autobahngesellschaft: Bauindustrie vermutet holprigen Start

Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, rechnet mit einem holprigen Start der bundeseigenen Autobahngesellschaft im kommenden Jahr.

„Da wird ein neues Unternehmen geschaffen mit bis zu 15.000 Beschäftigten, das von einem auf den anderen Tag zum Laufen kommen muss“, sagte er. „Das ist eine Mörderaufgabe, da muss man sich nichts vormachen.“ Es bestehe die Gefahr, dass zunächst ein gewisser „Workflow in den Ausschreibungen von neuen Projekten“ verloren gehe.

„Die neue Gesellschaft hat natürlich auch einige hoheitliche Aufgaben, wie die ganze Straßenunterhaltung und den Betrieb“, sagte Hübner. „Die müssen am 1. Januar in der Lage sein, die Schneepflüge auch fahren zu lassen.“

Mit der Autobahngesellschaft will der Bund Planung, Bau und Betrieb der deutschen Autobahnen unter einem Dach vereinheitlichen. Bislang liegt die Verantwortung für die jeweiligen Abschnitte bei den Bundesländern. Mit der Autobahngesellschaft sollen Baustellen schneller abgeschlossen sein, Sanierungsarbeiten einheitlicher geplant werden und Menschen am Ende weniger im Stau stehen.

Die Bauindustrie fürchtet, dass geplante Investitionen in die Bundesfernstraßen nun stattdessen in den Verwaltungsaufbau der Autobahngesellschaft fließen. Es drohe eine Finanzierungslücke von einer Milliarde Euro, heißt es in einem Schreiben des Verbandes an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Es wäre ein verheerendes Signal, wenn die Investitionen in den Bundesfernstraßenbau nicht in der vorgesehenen Höhe getätigt würden.“

Verbandspräsident Hübner begrüßt trotz dieser Unklarheiten den Plan der Autobahngesellschaft. „Ich bin immer noch großer Fan davon“, sagte er. Es werde dann in Hessen genauso gebaut wie in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. „Das ist das Wichtigste, dass die Prozesse vereinheitlicht werden und nicht jeder morgens aufsteht und eine andere Idee hat.“

Er sprach sich dafür aus, zunächst an den bestehenden Strukturen, Prozessen und IT-Systemen festzuhalten und Änderungen erst nach und nach einzuführen: „Es sind ja die gleichen Leute unter einem anderen Label.“

© dpa-infocom, dpa:200915-99-565179/3

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Erstellt:
15. September 2020, 06:07 Uhr
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