Unter dem Motto #wirfuerbio wird am kommenden Sonnabend auf Nienburgs Wochenmarkt auf das Problem „Plastik in der Biotonne“ aufmerksam gemacht. BAWN

Unter dem Motto #wirfuerbio wird am kommenden Sonnabend auf Nienburgs Wochenmarkt auf das Problem „Plastik in der Biotonne“ aufmerksam gemacht. BAWN

Nienburg 14.04.2018 Von Die Harke

BAWN: Plastik in der Biotonne verursacht erhebliche Kosten

#wirfuerbio: Auftaktveranstaltung am kommenden Sonnabend auf dem Wochenmarkt

Norddeutschlandweit haben sich rund 25 Entsorgungsbetriebe zusammengetan, um unter dem Motto #wirfuerbio auf das Problem „Plastik in der Biotonne“ aufmerksam zu machen. In Nienburg beginnt die Aktion am Sonnabend, 21. April, auf dem Wochenmarkt.

Dass Kunststoff in der Biotonne nichts zu suchen hat, kann man sich denken. Was aber nur die wenigsten wissen: Auch kompostierbare Plastiktüten dürfen nicht in die Biotonne. „In der EU gilt eine Plastiktüte als kompostierbar, wenn sie sich nach sechs Monaten zu 90 Prozent zersetzt hat“, so Arne Henrik Meyer, Che beim Betrieb für Abfallwirtschaft Nienburg (BAWN). „Aus Küchenabfällen, Rasenschnitt und Ähnlichem wird in der Trockenvergärungsanlage Bassum innerhalb von vier Wochen Methan erzeugt und zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt. Die Verweildauer ist also viel zu kurz für die „Bio“ Plastiktüten.“

Darum, so Meyer, müssen Kunststoffteile und Plastiktüten aufwändig aus dem Sammelgut entfernt werden. Ist zu viel Plastik in der Tonne, können Teile der Biomasse gar nicht verwertet werden. Unterm Strich blieben allein in Norddeutschland jedes Jahr rund 75 Millionen Kilowattstunden Biostrom ungenutzt, weil sich in den Biotonnen Zigarettenkippen, Glas oder eben Plastiktüten finden: „Was da verloren geht, würde reichen, um rund 21 500 Haushalte mit Strom zu versorgen.“

Das Problem betrifft nicht nur den Landkreis Nienburg. Meyer: „Entsorgungsbetriebe aus ganz Norddeutschland haben die Initiative #wirfuerbio ins Leben gerufen, um die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam zu informieren.“ Den Auftakt bildet in Nienburg ein Info-Stand des BAWN auf dem Wochenmarkt. „Aus unserer Sicht hat die „Plastik-im-Biomüll-Problematik“ nicht nur eine ökonomische Komponente“, sagt Arne Henrik Meyer. „Auch kompostierbare Plastiktüten bestehen zu einem Teil aus Erdölprodukten, die sich nicht vollständig zersetzen. Mikroplastik gelangt in Wasser, Boden und Nahrungsmittel und landet letztlich auch im Menschen.“

Die Lösung ist simpel: „Man kann ja seine Küchenabfälle in der Plastiktüte sammeln. Aber dann eben: Den Bioabfall in die Biotonne schütten und die Tüte in die Restmülltonne geben, nach dem Motto: Trenn Dich von Deiner Plastiktüte.“

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Erstellt:
14. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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