Landkreis 22.02.2017 Von Die Harke

„BBS als regionale Kompetenzzentren erhalten“

Kreis-CDU informierte sich an den Berufsbildenden Schulen in Nienburg

Im Vorfeld ihrer jüngsten Sitzung besuchte die CDU-Fraktion des Nienburger Kreistags zusammen mit den Landtagsabgeordneten Kai Seefried (Stade), schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Klare (Diepholz) und Johann-Heinrich Ahlers (Wietzen) die Berufsbildendenden Schulen ([DATENBANK=1231]BBS[/DATENBANK]) zu einer Informations-und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Zukunft der BBS Nienburg“. Der Landkreis war durch Dezernent [DATENBANK=1796]Thomas Klein[/DATENBANK] vertreten. Das teilt die Kreis-CDU mit. Die Leiterin der Schulen, Oberstudiendirektorin [DATENBANK=1051]Sabine Schroeder[/DATENBANK] wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass die BBS eine der größten Bündelschulen Niedersachsens sind. Mehr als 50 Ausbildungsberufe und 40 Schulformen werden unter einem Dach unterrichtet. Zurzeit werden in den BBS rund 3000 Schülerinnen und Schüler beschult: „Das Lehrerkollegium umfasst inklusive aller Mitarbeiter über 200 Arbeitskräfte. Ein Rundgang durch die verschiedenen Ausbildungsbereiche mit modernster technischer Ausstattung verdeutlichte den Besuchern, dass Berufsschulen teuer sind. Sehr teuer werden kann die Umsetzung eines Infrastruktur-Großprojektes in naher Zukunft. Der 52698 steht am Scheideweg zwischen Sanierung und Abriss.“

Dazu erklärte Thomas Klein, dass das Gebäude in die Jahre gekommen sei. Man habe lange Bestandsschutz betrieben, müsse nun aber zur Verwirklichung eines neuen Raumprogramms Entscheidungen treffen. Der Fachdienst Liegenschaften sei daher beauftragt, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung „Sanierung versus Neubau“ durchzuführen. [DATENBANK=424]Karsten Heineking[/DATENBANK] bekräftigte notwendige Investitionen in die BBS mit der Forderung, dass das neu angedachte Raumprogramm nur in enger Zusammenarbeit zwischen BBS und Kreisverwaltung erörtert werden müsse.

Zu viel Zentralisation in Hannover

Die sich anschließende Diskussion hatte weitgehend bildungspolitischen Charakter. Kai Seefried berichtete, dass zurzeit heftig im Niedersächsischen Landtag über Bildungs- und Schulpolitik gestritten werde. Besonders die Frage der bisherigen Eigenverantwortung der Berufsschulen bei der Einstellung von Personal, Personalaktenführung, Versetzungen und Beförderungen bis zum Oberstudienrat werde kontrovers diskutiert. Die jetzige Landesregierung wolle diese seit 2012 so sinnvolle und nachhaltige Schulkompetenz zurückdrehen und alles wieder in Hannover zentralisieren.

Seefried plädierte vehement dafür, die BBS als regionale Kompetenzzentren zu erhalten. Nur so sei es möglich, dass sich eine Bildungseinrichtung dorthin entwickeln könne, wie man sie in den unterschiedlichen Regionen auch vor Ort brauche. Bedarfsgerechte Personalgewinnung, Stellenbewirtschaftung und ein wohnortnahes Angebot an Ausbildungsgängen garantierten den Stellenwert der berufsbildenden Schulen.

Die Schulleiterin Sabine Schroeder stützte die Stellung der BBS als Regionales Kompetenzzentrum. Mit hoher Eigenverantwortung, einem fachlich breit aufgefächerten und ortsnahen Ausbildungsangebot könnten Schülerinnen und Schüler am nachhaltigsten auf die Anforderungen im Beruf und das Arbeitsleben in unserer Gesellschaft vorbereitet werden. Bürokratische und laufbahnrechtliche Bedingungen sollten auf den Prüfstand gestellt werden, um die Lehrergewinnung zu erleichtern.

Zur Zukunft der baulichen Situation der BBS meinte Schroeder abschließend, dass gerade in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem modernen, zeitgemäßen Schulneubau mit neuester technischer Ausstattung die Attraktivität der BBS nicht eingeschränkt werden dürfe. Der Landkreis benötige dringend gut und modern ausgebildete Fachkräfte, um seine Wirtschaftskraft zu erhalten. Die Digitalisierung der Arbeitswelt müsse sich auch in der beruflichen Bildung und damit in den Berufsschulen widerspiegeln.

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Erstellt:
22. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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