Diese Bäume können nicht stehen bleiben. Mittelweserverband

Diese Bäume können nicht stehen bleiben. Mittelweserverband

Bücken 08.02.2017 Von Die Harke

Bäume im Deich müssen gefällt werden

Deichschutz in Bücken / Kopfeichen sollen noch im Februar entfernt werden

Zum Deichschutz in Bücken müssen Bäume gefällt werden. Dazu schreibt der Mittelweserverband, der als Deichverband für den linksseitigen Weserdeich von der Landesgrenze Bremen/Niedersachsen bis nach Hoya/Altenbücken pflegeverantwortlich ist: „Sturmflutdeiche an der Nordsee und Hochwasserdeiche an der Weser haben die Aufgabe, das Binnenland vor Hochwasser zu schützen. Wer sich die Bilder aus den letzten Überflutungen an der Elbe in Erinnerung ruft, stellt fest, dass nicht nur die Infrastruktur wie Gebäude und Straßen, sondern insbesondere Leib und Leben geschützt werden müssen.“ Ihre Funktion könnten diese Erddeiche nur dann erfüllen, wenn sie einen homogenen Aufbau haben und eine geschlossene wehrhafte Grasnarbe aufweisen. Selbst Deichscharten, die dazu dienen, den Deich zu durchfahren, sind Schwachstellen.

Weiter heißt es: „Eine schlechte Verdichtung, Wühltiere oder absterbende Baumwurzeln im Deichkörper führen zu Sickerwegen im Deich beziehungsweise zu gravierenden Ausspülungen an der Deichoberfläche. Durch Sturm entwurzelte Bäume entstehen ebenfalls immer wieder Schäden am Deichkörper. All dies kann im schlimmsten Fall bis zum Deichbruch führen.“

In Bücken stehen 46 alte Kopfeichen in der Außenböschung des linksseitigen Weserdeiches. Aufgrund toter Äste und Stämme sei zu erwarten, dass auch tote Wurzeln und Hohlräume im Fuß und Wurzelbereich der Bäume zu finden sind. „Wühltiere nutzen diese Bereiche, um ihre Gänge im Deich weiter voranzutreiben und so wächst die Gefahr durch neue und größere Sickerwege im Deichkörper und somit großen Deichschäden.“

Nach intensiven Beratungs- und Abwägungsbesprechungen zwischen der Unteren Deichbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg sowie dem Mittelweserverband, begleitet durch ein zusätzliches Fledermausmonitoring, sind sich alle Beteiligten darin einig, dass ein Teil der besonders auffälligen Kopfeichen, die in Bücken im Weserdeich stehen, noch in diesem Februar entfernt werden müssen.

Nur mit dem Fällen der Bäume ist es nicht getan, wird der Geschäftsführer Peter Neumann des Mittelweserverbandes zitiert. In der hochwasserfreien Zeit im Sommer müssen die verfaulten Wurzelstöcke noch ausgegraben werden. Die zum Teil mehrere Kubikmeter großen Löcher müssen dann verfüllt, verdichtet und der Deich wieder modelliert werden. Danach erfolgt die Graseinsaat. „Es ist immer mit einem Weserhochwasser zu rechnen“, so Neumann. „Aber der Verband muss alles in seiner Verantwortung Mögliche und Erforderliche tun, um reale Gefahren für das Verbandsgebiet des Mittelweserverbandes abzuwehren.“

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Erstellt:
8. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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