Heidi Reckleben-Meyer DH

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Nienburg 05.03.2017 Von Heidi Reckleben-Meyer

Bäume pflanzen

53224. Etwa 15 Jahre alt sind sie. Die anderen Walnussbäume, die drumherum stehen, dürften rund zehn Mal so alt sein, wie die „Neuankömmlinge“.

Es ist schwer vorstellbar, dass diese Riesen 1867 junge Bäume waren, die kaum Schatten spendeten. 1867 – im Sommer jenes Jahres trat die Verfassung des Norddeutschen Bundes in Kraft und Otto von Bismarck wurde Reichskanzler, in Paris fand im April die zweite Weltausstellung statt, die Napoleon III. beschlossen hatte und die auch von Hans Christian Andersen und Jules Verne besucht wurde.

In 150 Jahren, im Jahre 2167, könnten wir schauen kommen, wie sich die jungen Bäume in Schinna entwickelt haben. Aber: Selbst die Jüngsten, die jetzt dabei waren, werden das wohl nicht mehr erleben.

„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Ob der Spruch tatsächlich aus Martin Luthers Feder stammt, lässt sich kaum belegen. Symbolträchtig ist er allemal. So eine Baumpflanzung ist eine hoffnungsfrohe Sache von Generationen, und sie macht fast im selben Atemzug die Vergänglichkeit deutlich.

Mir gefällt die Idee, dass der in diesem Jahr gefeierte Reformator Martin Luther es gesagt haben könnte. Und ob nun Apfelbäumchen oder Walnussbäume gepflanzt werden, dürfte für die Symbolik dahinter wohl auch unerheblich sein – wenn es denn nicht um das Pflanzen eines Baumes der Erkenntnis ging ...

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Erstellt:
5. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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