Bahnreisende werden seltener bestohlen oder verletzt

Bahnreisende werden seltener bestohlen oder verletzt

Ein Hinweisplakat warnt auf dem Bahnhof Alexanderplatz in mehreren Sprachen vor Taschendiebstahl. Foto: Christophe Gateau/dpa

Nach der Statistik kommt es auch seltener zu Körperverletzung, jedoch häufiger zu Drogendelikten und Angriffen auf Polizisten. Deutschlands Station mit den meisten registrierten Straftaten ist der Frankfurter Hauptbahnhof, gefolgt von Köln und Hamburg.

„Nach Auffassung der Bundesregierung ist der Zugverkehr in Deutschland sicher“, antwortete das Bundesinnenministerium auf eine entsprechende Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Deren verkehrspolitischer Sprecher Torsten Herbst hält die Zahlen aber weiter für zu hoch.

„Rund 50 Gewaltdelikte pro Tag machen deutlich, wie groß der Handlungsbedarf hier noch ist“, sagte Herbst mit Blick auf insgesamt knapp 18.000 solcher Taten in Bahnhöfen und Zügen. Bahn und Polizei müssten ihre Sicherheitskonzepte dringend weiterentwickeln. Jede einzelne Straftat sei ein Problem. „Die persönliche Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein entscheidendes Kriterium für deren Attraktivität.“

Obwohl in wichtigen Kriminalitätsfeldern die Zahlen sanken, stieg die Gesamtzahl der Delikte an Bahnhöfen nach mehrjährigem Rückgang nun von knapp 134.000 auf rund 139.000. Das lag vor allem daran, dass die Polizei dort deutlich mehr Verstöße gegen das Ausländerrecht feststellte und dass Graffiti-Sprayer wieder häufiger zuschlugen.

In den Zügen selbst gab es laut Bundespolizei insgesamt weniger Straftaten, was dem Trend der Vorjahre folgen würde. Weil jedoch die Zählweise geändert wurde, sind diese Daten nicht direkt vergleichbar.

Die Bahn betonte, sie investiere jährlich mehr als 170 Millionen Euro in die Sicherheit ihrer Kunden und Mitarbeiter. Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke hob hervor, dass es weniger Angriffe auf Mitarbeiter gab. Sie würden regelmäßig geschult, um in kritischen Situationen richtig zu reagieren und sich nicht zu gefährden. Die Maßnahmen zeigten Wirkung. Der Konzern hatte im vorletzten Jahr auch die Zahl seiner eigenen Sicherheitskräfte aufstockt. 2019 waren es 4365.