Das „Haus Nienburg“ der Diakonie Himmelsthür an der Verdener Landstraße in Nienburg, einst Hotel Block, wird abgerissen und macht einem Neubau Platz. Foto: Lachnit

Das „Haus Nienburg“ der Diakonie Himmelsthür an der Verdener Landstraße in Nienburg, einst Hotel Block, wird abgerissen und macht einem Neubau Platz. Foto: Lachnit

Nienburg 06.11.2020 Von Die Harke

Bald kommt der Abrissbagger

„Haus Nienburg“ macht Platz für einen modernen Neubau an gleicher Stelle

Die Frauen und Männer aus dem „Haus Nienburg“ der Diakonie Himmelsthür sind in der vergangenen Woche aus der Verdener Landstraße ausgezogen. Aber sie werden zurückkommen – und dann in neue Wohnungen. „Schon seit mehreren Jahren war klar, dass das ,Haus Nienburg’ nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht; schon allein der Brandschutz machte Veränderungen notwendig, zudem war das Haus eng und verwinkelt“, teilt die Diakonie Himmelsthür mit. Nach vielen Überlegungen habe sie sich nun für einen Neubau auf dem gleichen Grundstück entschieden. Noch in diesem Jahr solle das alte Gebäude abgerissen werden.

An seiner Stelle entsteht ein zweigeschossiges Haus, das Platz bietet für sechs Wohneinheiten für jeweils sechs Bewohner. Alle würden Einzelzimmer bekommen, in jeder Wohngemeinschaft gebe es eine Küche und ein Wohnzimmer. Die Zahl der Wohnmöglichkeiten erhöhe sich damit von jetzt 30 auf 36. Gleichzeitig würden die Wohngruppen kleiner. Die Wohneinheiten im Erdgeschoss erhielten Zugang zu einer Terrasse, im ersten Stock gebe es Balkone.

Gemeinsame Veranstaltung ließ sich nicht verwirklichen

Eigentlich hätten sie die Nachbarn gern persönlich über die Planungen informiert, erklären Anne Schilling, Wohnbereichsleitung in Nienburg, und Andrea Warda, Fachbereichsleitung für Hannover und Nienburg. Doch eine gemeinsame Veranstaltung habe sich wegen der Corona-Maßnahmen nicht verwirklichen lassen. Wer aber mehr über die Baumaßnahme erfahren oder sich vom Gebäude verabschieden möchte, könne sich bei Anne Schilling unter (0 50 21) 97 16 20 melden. Sie plane eine Erinnerungs-Galerie im neuen Haus mit Fotos und Geschichten aus der Vergangenheit – auch aus der Zeit, als an der Verdener Landstraße noch das Hotel Block stand. Beiträge dazu sind willkommen, um ein Stück Geschichte mit in den Neubau zu nehmen.

Etwa zwei Jahre würden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern. Für diese Übergangszeit sind die Bewohner und Bewohnerinnen aus Haus Nienburg nach Drakenburg auf das Gelände der Tagesförderung gezogen, die sie auch bisher schon besucht haben. Im leerstehenden Teil der früheren Tischlerhalle seien Einzel- und Doppelzimmer, Bäder und ein Wohnzimmer eingebaut worden. Wo zuvor alte Schuppen standen, gebe es jetzt einen neuen Psychomotorik-Raum, eine Werkstatt und einen Abstellraum. Das Außengelände werde ebenfalls noch umgestaltet. Geplant seien ein Barfußpfad, eine Grillecke, ein Gewächshaus und Sitzplätze.

Die vertraute Umgebung in Drakenburg habe den Frauen und Männern den Umzug erleichtert, sagen Andrea Warda und Anne Schilling. Wenn sie in zwei Jahren in den Neubau umziehen, könnten die Räume in Drakenburg für eine Erweiterung des Angebotes der Tagesförderung genutzt werden. Dann sollten zu den jetzt 30 Plätzen zehn dazu kommen und auch Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf köntnen dann aufgenommen werden.

Wohnmöglichkeiten für 30 Erwachsene

Das „Haus Nienburg“ bot bisher Wohnmöglichkeiten für 30 Erwachsene mit erhöhtem Assistenzbedarf. Zurzeit seien es 29 Frauen und Männer zwischen Mitte 20 und Mitte 70 Jahren, die nach Drakenburg umgezogen sind. Die meisten kämen aus der Region, einige aber auch aus anderen Bundesländern. Es sei eine Besonderheit der Tagesförderstätte, dass die dort Beschäftigten Betriebe in der Umgebung aufsuchen, beispielsweise einen Bauernhof oder einen Hofladen, um dort einfache Tätigkeiten zu übernehmen.

Die Anerkennung für ihre Arbeit, die die Menschen mit Behinderung dabei erfahren, mache sie sichtlich stolz, sagen Warda und Schilling. Vor Ort in der Tagesförderung gebe es neben den psychomotorischen auch kreative Angebote. Der Garten solle außerdem für den Anbau von Gemüse genutzt werden.

Zum Artikel

Erstellt:
6. November 2020, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.