Behörden begleiten die Flurbereinigungs-Maßnahmen in Warpe. Achtermann

Behörden begleiten die Flurbereinigungs-Maßnahmen in Warpe. Achtermann

Warpe 07.10.2017 Von Horst Achtermann

Bald wieder Fische in Graue und Calle?

Flurbereinigung in Warpe: Bäche sollen wieder in ihren ökologischen Urzustand zurückgeführt werden

Die erste von drei Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Bünkemühle, der Helzendorfer Mühle und der Hohnhorster Mühle wurde öffentlich ausgeschrieben, die Firma Mittelweser Tiefbau aus Warpe erhielt den Auftrag. Im einzelnen sollen in der Flurbereinigung Warpe die ökologischen Hindernisse der Gewässer Calle, Caller Dorfbach und Graue wieder in den früheren Zustand zurückgebracht werden. Sie sind – im Juli 2017 begonnen – auf einer Länge von 940 Metern zu einem naturnahen Vorfluter mit Sekundäraue ausgebaut. „Ende Oktober werden wir die Hauptarbeiten beendet haben“, berichtet Bauleiter Armin Sander.

Was waren die gestellten Aufgaben, um diesen Zustand zu erreichen? Zunächst wurde die Herstellung von vier Sohlgleiten mit Längen von 33 bis 50 Metern abgearbeitet. Der Neubau von drei Durchlässen und der Einbau eines Schachtes mit Abflussbegrenzer und Einbau eines Dükers schlossen sich an. Ein Düker dient in diesem Fall zur Unterquerung eines anderen Gewässers. Letztendlich die Verfüllung vorhandener Gewässer und Rekultivierung zu Grünland.

Insgesamt musste ein Gefälle von 1,70 Meter ausgeglichen werden. Ein neues Gerinne mit Längslauf entsteht. Mit viel Bodenarbeiten wurden die Calle und Graue neu gestaltet. Bäume werden ab Oktober beseitigt oder zurückgeschnitten. Flächen wurden freigesetzt und aus privatem Eigentum herausgenommen. Ersatzland als Ausgleichsmaßnahme kommt aus einem Sondertopf der Flurbereinigung unter Mitfinanzierung des Landkreises. Die Kosten für die Arbeiten an der Bünkemühle belaufen sich auf rund 327.000 Euro.

[DATENBANK=5700]Klaus Gaensslen[/DATENBANK] von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Nienburg beziffert den Anteil des Landkreises mit etwa 50 bis 60 Prozent der Gesamtkosten. „Das Geld kommt aus dem Topf Ersatzgeld aus Kompensationsmaßnahmen oder Öko-Ersatzgelder“, sagte Gaensslen zu Beginn dieser Maßnahmen im Juli 2017.

Der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Meerbach und Führse beteiligt sich mit zehn Prozent an dieser Maßnahme, bestätigt Hermann Morische. Das Land Niedersachsen gibt Zuschüsse zur Finanzierung von Maßnahmen zur Sicherung eines nachhaltig leistungsfähigen Naturhaushalts, bewilligt durch das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Geschäftsstelle Sulingen, die gleichzeitig Flurbereinigungsbehörde ist.

Schon zur Zeiten der Grafen von Hoya wurde die Graue aufgestaut, höher gebracht, um durch das Gefälle Energie für die Bünkermühle zu gewinnen. Mit dieser flurbereinigten Maßnahme wurden die Hindernisse, Staustufen wieder beseitigt. „Sinn und Zweck dieser Bereinigung“, so Hermann Morische vom Wasserverband, „ist es, den Aufstieg für wirbellose Tiere und Fische von der Weser her wieder hoch zu den Quellgebieten der Calle und Graue zu ermöglichen“. So fließt die Graue/Calle jetzt wieder ohne Hindernisse gemächlich zum Bücker Mühlbach und von dort in die Weser.

[DATENBANK=5167]Hermann Morische[/DATENBANK] rechnet damit, dass nach und nach auch wieder Fische in der Graue und Calle auftauchen werden.

Die Graue und die Calle fließen gen Bücker Mühlbach. Achtermann

Die Graue und die Calle fließen gen Bücker Mühlbach. Achtermann

Schachtmeister Carsten Nißler mit dem Bauplan im Rahmen der Flurbereinigung. Achtermann

Schachtmeister Carsten Nißler mit dem Bauplan im Rahmen der Flurbereinigung. Achtermann

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Erstellt:
7. Oktober 2017, 21:00 Uhr
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