Der Sitz der Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) in Frankfurt. Die Bundesregierung will Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal ziehen und Schwachstellen bei der Bilanzkontrolle beseitigen. Foto: Boris Roessler/dpa

Der Sitz der Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) in Frankfurt. Die Bundesregierung will Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal ziehen und Schwachstellen bei der Bilanzkontrolle beseitigen. Foto: Boris Roessler/dpa

Frankfurt/Main 11.01.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

Banken kritisieren möglichen Bafin-Personalaufbau

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat sich bei der Finanzierung der Finanzaufsicht Bafin für Geld aus dem Bundeshaushalt ausgesprochen.

„Grundsätzlich sollte über eine Rückkehr zur Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Bafin nachgedacht werden, da deren Tätigkeit letztlich eine staatliche Aufgabe ist“, betonte die gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Bankenverbände im „Handelsblatt“. Die Bafin, deren Kompetenzen nach dem Wirecard-Skandal gestärkt werden sollen, finanziert sich durch Erstattungen, Gebühren und Umlagen der Unternehmen, die sie beaufsichtigt.

Als Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal hatte die Bundesregierung kurz vor Weihnachten einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Befugnisse der Finanzaufsicht stärken soll. Bafin-Chef Felix Hufeld hatte in einem Interview gesagt, dass die Behörde mehr Personal brauche, wenn sie mehr Kompetenzen bekomme.

Die Kreditwirtschaft sieht das kritisch. „Die Bafin verfügt bereits über ein hohes Maß an Expertise, das in Teilen besser eingesetzt und weiterentwickelt werden könnte“, erklärte die Banken-Lobby. „Bloßer Personalaufbau kann nicht die Antwort auf diese Herausforderungen sein.“ Die Kosten der Bafin seien auch nach der Übernahme von Aufsichtstätigkeiten durch die EZB im November 2014 weiter gestiegen, kritisierte die DK.

Der inzwischen insolvente frühere Dax-Konzern Wirecard hatte im Juni 2020 Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt - insgesamt könnte es nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um mehr als drei Milliarden Euro gehen.

© dpa-infocom, dpa:210111-99-982769/4

Handelsblatt-Bericht

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Erstellt:
11. Januar 2021, 15:57 Uhr
Lesedauer:
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