Horst Lichter in „Bares für Rares“. Foto: ZDF Mediathek

Horst Lichter in „Bares für Rares“. Foto: ZDF Mediathek

Landkreis 03.04.2020 Von Holger Lachnit

„Bares für Rares“ in verrückten Zeiten

In diesen verrückten Zeiten da macht man manchmal Dinge, die man vor der Coronakrise nie getan hätte. Ich habe zum Beispiel neulich eine Wiederholung von „Bares für Rares“ im Fernsehen angeschaut.

Für alle diejenigen, die die Sendung nicht kennen: Es handelt sich dabei nicht um einen Shoppingsender für Toilettenpapier, Mehl oder Mundschutzmasken.

Vielmehr handelt die Serie von einem kleinen Mann mit Glatze und großem Schnurrbart und dessen Kunstexperten. Zu ihnen kommen Menschen von weither. Sie hoffen, dass Schmuck, Möbel oder Antiquitäten aus ihrem Besitz entweder sehr selten sind oder einen gewissen Wert haben. Ist das der Fall, dürfen sie ihren Krempel an eine Runde von Händlern verhökern.

Vor dem Corona-Ausbruch fand ich diese Sendung zwar ganz nett, aber nicht besonders spannend. Jetzt jedoch konnte ich vor Aufregung kaum hinsehen: Da stehen Dutzende Menschen dicht an dicht Schlange, um an die Expertentische zu gelangen. Dort angekommen, ergreift der kleine Mann mit dem großen Bart freiwillig die ausgestreckten Hände wildfremder Menschen. Und wenn diese dann ein besonders gutes Geschäft mit den Händlern gemacht haben, fällt der verrückte Kerl ihnen auch noch um den Hals...

„Mensch, Horst, lass das. Das ist lebensgefährlich! Du gehörst zur Haupt-Risikogruppe“, wollte ich dem kleinen Mann spontan zurufen. Dann fiel es mir wieder ein: Es war ja eine Aufzeichnung aus glücklichen Vor-Corona-Zeiten.

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass nichts mehr ist, wie es einmal war. Und dass es wahrscheinlich lange dauern wird, bis wir wieder so unbeschwert miteinander umgehen werden, wie es einmal der Fall war.

Dennoch: Lassen Sie sich nicht unterkriegen – vor allem aber: Bitte bleiben Sie gesund!

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Erstellt:
3. April 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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