Baulandpreise im Landkreis Nienburg. Foto: GAG

Baulandpreise im Landkreis Nienburg. Foto: GAG

Landkreis 04.02.2021 Von Die Harke

Baulandpreise steigen weiter

Erneut Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Nienburg

Die Baulandpreise im Landkreis Nienburg sind in den letzten zehn Jahren um 52 Prozent gestiegen. Der Baulandpreisindex stieg im vergangenen Jahr um weitere rund sechs Prozent.

Eine Trendwende ist nicht zu erkennen, die Nachfrage nach Bauland ist unverändert hoch. Die Preissteigerungen werden neben der großen Nachfrage durch gestiegene Erschließungskosten in den Neubaugebieten hervorgerufen. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Bericht des Gutachterausschusses Sulingen-Verden über die Bodenrichtwerte für Bauland hervor.

Der Gutachterausschuss vor der Corona-Pandemie.

Der Gutachterausschuss vor der Corona-Pandemie.

Die Bodenrichtwerte für Wohnbauland liegen im Landkreis Nienburg zwischen 15 Euro je Quadratmeter in den ländlichen Orten der Samtgemeinde Uchte, zum Beispiel in Huddestorf, und bis zu 315 Euro in den besten Lagen der Stadt Nienburg, zum Beispiel am „Weserwall“. Im Mittel sind die Bodenrichtwerte in der Stadt Nienburg mit 145 Euro am höchsten, gefolgt von der Stadt Hoya mit jetzt 70 Euro, beziehungsweise Grafschaft Hoya mit einem mittleren Bodenwert von 47 Euro je Quadratmeter. Die Samtgemeinden Heemsen mit einem mittleren Baulandwert von 45 Euro, Steimbke mit 42 Euro und Marklohe mit 43 Euro je Quadratmeter liegen im mittleren Bereich. In der Samtgemeinde Uchte mit 30 Euro und in Steyerberg mit 28 Euro je Quadratmeter gibt es die günstigsten Baulandpreise. Gegenüber dem Vorjahr sind die Richtwerte zwischen 6 und 20 Prozent erhöht worden.

Der Gutachterausschuss Sulingen-Verden hat in seiner Sitzung mit den Gutachtern aus dem Landkreis Nienburg die neuen Bodenrichtwerte (Stichtag: 31. Dezember 2020) für Bauland beschlossen. Die Veröffentlichung im Internet erfolgt in Kürze.

Die Bodenrichtwertsitzungen des Gutachterausschusses finden jährlich statt. Aufgrund der Coronalage wurden in diesem Jahr alle Richtwertsitzungen als Videokonferenz mit wenigen anwesenden Teilnehmern durchgeführt. Hierbei werden alle in der Kaufpreissammlung registrierten Kaufpreise für Bauland diskutiert und hieraus die aktuellsten Trends und Richtwerte abgeleitet.

Die beschlossenen Bodenrichtwerte werden im Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS-NI) veröffentlicht. Dies ist im Internet unter www.gag.niedersachsen.de zu finden und wird in wenigen Wochen mit den aktuellen Werten freigeschaltet. Ab diesem Berichtsjahr sind alle Richtwerte und der Grundstücksmarktbericht im Internet gebührenfrei einzusehen. Künftig soll die Anwendung auch als Boris-mobile auf mobilen Geräten zur Verfügung stehen. Hierdurch sollen die telefonischen und schriftlichen Anfragen in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses zurückgehen.

Im Landkreis Nienburg erreicht der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt mit insgesamt 277 Millionen Euro den höchsten Stand aller Zeiten. Gegenüber dem Vorjahr wächst der Umsatz damit weiter um rund 26 Prozent. Die Zahl der Verkäufe hat mit 1821 den höchsten Stand seit 2016 erreicht. Der deutliche Zuwachs ist auf einen Anstieg bei Erstverkäufen von Eigentumswohnungen, Bauland und bebauten Grundstücken zurückzuführen. Nur land- und forstwirtschaftliche Flächen sind sowohl in der Anzahl der Verträge als auch im Geld- und Flächenumsatz rückläufig.

In 444 Kaufverträgen wurden insgesamt 68 Hektar Bauland mit einem Gesamtumsatz von 26,9 Millionen Euro gehandelt. Die Anzahl hat damit um rund vier Prozent, der Geldumsatz sogar um rund 45 Prozent zugenommen.

Die Anzahl der Bauplätze im Landkreis Nienburg.

Die Anzahl der Bauplätze im Landkreis Nienburg.

Wohnbauland wurde in 417 Fällen veräußert, alleine hierbei wurden 22,8 Millionen Euro umgesetzt. Die Anzahl und der Geldumsatz sind gegenüber dem Vorjahr weiter um 30 bzw. rund 45 Prozent angestiegen. Der mittlere Preis für den Quadratmeter erschlossenes Wohnbauland beträgt im Landkreis Nienburg 54 Euro bei einer mittleren Fläche von 850 Quadratmetern. Die Bauplätze sind im Mittel etwa vier Prozent größer als im Vorjahr. Die Samtgemeinde Heemsen hatte 2020 mit 78 Verkäufen den größten Umsatz an Bauplätzen. Danach folgt die Grafschaft Hoya mit 51 Bauplätzen. In den übrigen Gemeinden bzw. Samtgemeinden wurden zwischen zehn Bauplätzen in Marklohe und 34 Bauplätzen in den Samtgemeinden Uchte und Steimbke umgesetzt.

Zur Bebauung mit Mehrfamilienhäusern wurden nur 19 Baugrundstücke angekauft. Der Anteil am Baulandmarkt ist im Landkreis Nienburg mit 6,4 Prozent des Geldumsatzes eher gering. Die Preise für derartige mehrgeschossig bebaubare Grundstücke liegen wegen der höheren Ausnutzung etwa 40 Prozent über den Preisen für den Eigenheimbau.

Gewerbebauland wurde in 22 Verträgen verkauft. Der Geldumsatz war hier mit 3,6 Millionen Euro etwa 30 Prozent höher als im Vorjahr. Die Preise für Gewerbebauland sind überwiegend stabil.

„Der in Fachkreisen bereits ersehnte Grundstücksmarktbericht 2021 mit den neusten Entwicklungen bei bebauten Grundstücken, Eigentumswohnungen und Mieten ist zurzeit in Arbeit und wird der Öffentlichkeit Ende Februar 2021 vorgestellt werden. Erstmals erscheint der Marktbericht dieses Jahr nur noch im Internet, dadurch ist er für jedermann kostenfrei“, sagt Gerd Ruzyzka-Schwob, Vorsitzender des Gutachterausschusses.

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Erstellt:
4. Februar 2021, 16:34 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 14sec

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