Der Niedersächsische Erdbebendienst hat dank seiner Messtechnik im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Diepholz und Nienburg das erste schwache seismisches Ereignis des Jahres 2020 registriert. Foto: pixabay.com

Der Niedersächsische Erdbebendienst hat dank seiner Messtechnik im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Diepholz und Nienburg das erste schwache seismisches Ereignis des Jahres 2020 registriert. Foto: pixabay.com

Borstel/Pennigsehl 29.01.2020 Von Die Harke

Beben durch Erdgasförderung?

Niedersächsische Erdbebendienst informiert über schwaches seismisches Ereignis

Das erste Erdbeben des Jahres in Niedersachsen hat sich am Mittwoch, 29. Januar, im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Diepholz und Nienburg ereignet.

Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) registrierte um 13.37 Uhr ein schwaches seismisches Ereignis mit einer Lokalmagnitude von 1,9 und informierte darüber in einer Pressemitteilung.

Im Vergleich zum zuletzt veröffentlichten Ereignis am 20. November 2019 in Kirchlinteln (Landkreis Verden) und einer Magnitude von 3,0 fiel die Erschütterung diesmal sehr gering aus und dürfte keinen Sachschaden angerichtet haben.

Das aktuelle Epizentrum vom Mittwoch (Ort des Erdbebens) habe sich bei Borstel im Bereich der Erdgasfelder Siedenburg und Staffhorst befunden. Mit seiner kleinen Magnitude habe das aktuelle seismische Ereignis an der Grenze der Spürbarkeit gelegen und sei vor allem von seismischen Messstationen registriert worden. „Bislang liegt dem NED eine Meldung aus der Bevölkerung vor“, heißt es in der Information vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Das seismische Ereignis stehe wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Erdgasförderung. „Die Förderung von Erdgas führt zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen“, informiert das LBEG.

In dem Gebiet bei Borstel wurde zuletzt am 31. Juli 2018 ein schwaches seismisches Ereignis mit einer Magnitude von 1,9 registriert.

Anwohner, die das aktuelle Ereignis verspürt haben, könnten ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internet-Seite www.lbeg.niedersachsen.de melden. „Die dort gemachten Angaben werden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt.“

Der NED am LBEG überwache als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. Die fachlichen Arbeiten würden in enger Kooperation mit dem Seismologischen Zentralobservatorium der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vorgenommen.

Die private Nachrichtenseite „Erdbebennews“ schreibt zu dem Ereignis: „Im Landkreis Nienburg an der Weser hat sich am Mittwoch ein kleines Erdbeben ereignet. Das Messsystem des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) lokalisierte das Epizentrum im Nordwesten der Samtgemeinde Liebenau im Ortsteil Pennigsehl an der Grenze zu Borstel, etwa 14 Kilometer westlich von Nienburg. Das Erdbeben erreichte demnach Magnitude 1.7.“

Zum Artikel

Erstellt:
29. Januar 2020, 22:04 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.