Sabine Pflaum (Leitung CJD Nienburg), Katja Keul (Bündnis90/Grünen ), Sven Kühtz (Leitung Jugendmigrationsdienst/CJD Nienburg), Karim Iraki (CJD-Mitarbeiter). Büro Keul

Sabine Pflaum (Leitung CJD Nienburg), Katja Keul (Bündnis90/Grünen ), Sven Kühtz (Leitung Jugendmigrationsdienst/CJD Nienburg), Karim Iraki (CJD-Mitarbeiter). Büro Keul

Nienburg 01.11.2018 Von Die Harke

„Bedarf trotz sinkender Zuwanderung“

Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Keul besuchte Jugendmigrationsdienst des CJD

Die Haushaltsberatungen des Bundestags nahm das Nienburger Jugenddorf (CJD) zum Anlass, um der Grünen-Abgeordneten Katja Keul den Tätigkeitsbereich des Jugendmigrationsdienstes vorzustellen. Über 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) bundesweit würden junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von zwölf bis 27 Jahren mit individuellen Angeboten und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess in Deutschland begleiten.

Individuelle Unterstützung, Gruppen- und Bildungsangebote sowie eine Vernetzung mit Schulen, Ausbildungsbetrieben, Integrationskursträgern und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe zählten zu den wesentlichen Aufgaben des JMD. Die Jugendmigrationsdienste seien Teil der Initiative „Jugend stärken“, mit der sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) deutschlandweit für eine bessere Integration junger Menschen einsetze, schreibt das CJD.

Für Sven Kühtz, Leiter des Jugendmigrationsdienstes, stelle sich die finanzielle Lage so dar: „Die Finanzmittel des Bundes für die JMD wurden mit der Verabschiedung des Bundeshaushaltes im Juni 2018 um zwei Millionen Euro erhöht, was wir sehr begrüßen.

Mit dieser Summe konnte ein Großteil der noch ausstehenden Ausgaben gedeckt und zudem weitere JMD gegründet werden. Diese Erhöhung sollte auch für 2019 gelten.“

Dennoch sieht Kühtz auch Defizite in der finanziellen Ausstattung: „Die derzeit veranschlagten 52,6 Millionen Euro im Haushalt 2019 reichen nicht aus, um den Bestand zu sichern und die Qualität unserer Angebote aufrechtzuerhalten. Nur mit einer deutlichen Aufstockung des Personals und einem Ausbau der Gruppenangebote können die JMD der im Koalitionsvertrag formulierten Herausforderung ,teilhabeorientierte Gesellschaftspolitik für alle Menschen‘ gerecht werden. Die Gruppenangebote, die die Schnittstelle zwischen JMD und Qualifizierung und Ausbildung bilden, erhöhen hierbei die Chancen für junge Menschen beim Übergang von Schule zu Qualifizierung und zu Beruf.“

„Auch wenn die Zahlen der Zuwanderung in den Landkreis Nienburg aus dem Ausland stark gesunken sind, bleibt doch ein großer Bedarf an Intergrationsunterstützung für Jugendliche und Heranwachsende“, betonte die Leiterin des CJD, Sabine Pflaum. „Die individuelle Förderung und Beratung nimmt erheblich mehr Zeit in Anspruch“, ergänzte Kühtz. Insgesamt gebe es im Landkreis etwa 2400 anerkannte Asylberechtigte, ein aktueller Bedarf an weiteren Kursen wurde bei 530 Menschen ermittelt und 210 warteten auf einen Integrationskurs.

Der Jurgendmigrationsdienst berate und betreue jährlich etwa 300 bis 400 junge Menschen in unterschiedlicher Intensität. 163 von ihnen erhiealten dabei individuelle Begleitung im Rahmen eines so genannten Case Managements. Dabei verfüge das CJD für die Aufgabe über hauptamtliche Mitarbeiter im Umfang von insgesamt 80 Wochenstunden. Darüber hinaus bedürfe es gerade in der Fläche ehrenamtlichen Engagements, um die Jugendlichen nachhaltig zu integrieren. Viele Projekte seien ohne die Ehrenamtlichen vor Ort gar nicht durchzuführen. Das bekannteste und erfolgreichste Projekt sei das Musical „sputnike“. Das neueste Filmprojekt „Ab in die Zukunft“ wurde am 25.Oktober im Kulturwerk uraufgeführt.

Keul versprach, ihre zuständigen Kollegen im Bundestag auf die Bedeutung des Programms hinzuweisen, damit die Finanzierung der hauptamtlichen Stellen weiterhin sichergestellt wird.

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Erstellt:
1. November 2018, 21:00 Uhr
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