Jens Beckmeyer (rechts) erläuterte Maik Beermann auch das Freibäder-Sanierungskonzept.Foto: Samtgemeinde MIttelweser

Jens Beckmeyer (rechts) erläuterte Maik Beermann auch das Freibäder-Sanierungskonzept.Foto: Samtgemeinde MIttelweser

Mittelweser 28.01.2020 Von Die Harke

Beermann bringt Hausboote ins Spiel

MdB Beermann zu Gast im Stolzenauer Rathaus: Nachnutzung der Kiesseen ebenso Thema wie Freibad-Sanierung

Die Samtgemeinde Mittelweser zukunftsfähig aufzustellen war der rote Faden des gemeinsamen Gesprächs des Bürgermeisters der Samtgemeinde Mittelweser, Jens Beckmeyer, mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) im Rathaus in Stolzenau.

Anlass des zweistündigen Austausches war die voraussichtliche Gewährung von Fördermitteln zur Sanierung kommunaler Schwimmbäder durch das Bundesinnenministerium.

„Wir wollen mit der Sanierung eine Perspektive für die Bäder in Stolzenau und Landesbergen schaffen“, zeigte Beckmeyer dem Abgeordneten mit dem Sanierungskonzept auf, „damit alle Besuchergruppen auch in Zukunft ein Freibad mit entsprechendem Angebot in ihrer Nähe haben.“

Diese erforderliche Veränderung löse nicht bei allen Bürgern Zustimmung aus, doch müssten die Betriebskosten der Bäder gesenkt werden, um sie dauerhaft erhalten zu können. Die Alternative sei nicht die Sanierung des Bestandes und ein „Alles bleibt wie gehabt“. Notwendig sei eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragestellung, ob und in welchem Umfang die Bäder zukünftig erhalten werden können, gerade mit Blick auf die Haushaltssicherung.

1,5 Millionen Euro stellt der Bund der Samtgemeinde Mittelweser in Aussicht. Der Förderantrag sei umfangreich. „Ich finde wir sollten hier als Bund und Länder den Kommunen mehr Vertrauen zurückgeben und die Richtlinien zur Förderung vereinfachen, statt immer komplexer zu gestalten“, meinte Beermann.

Auch der Kiesabbau, der das Bild der Samtgemeinde entlang der Weser prägt, war Thema, und Beckmeyer verdeutlichte den aktuellen Diskussions- und Planungsstand auf einer Karte. „Grundsätzlich steht die Samtgemeinde Mittelweser weiteren Abbaugebieten kritisch gegenüber.

Soweit aufgrund übergeordneten Planungen weitere Abbaugebiete auszuweisen sind, ist es wichtig, dass wir eine sinnvolle, nachhaltige und auch wirtschaftliche Nachnutzung der be- und entstehenden Gewässer erreichen und dies daher stärker mit den Investoren verhandeln, als dies noch vor zehn Jahren geschah. Ebenso sind die planungsrechtlichen Möglichkeiten eng mit den Genehmigungsbehörden abzustimmen“, so Beckmeyer.

Naturschutz könne nicht die einzige Nachfolgenutzung für die Zukunft sein. Beermann berichtete Beckmeyer von einem Hausboot-Hotel-Konzept, welches er kürzlich kennenlernen durfte: „Wenn Mittelweser hier mutig ist und die Chancen ergreift, kann sich dies zum Alleinstellungsmerkmal für die Region entwickeln. Wir nutzen auch die Weser bisher nicht in dem Maße, wie es möglich wäre“, ist sich Beermann sicher.

Beckmeyer stellte dar, dass die Samtgemeinde mit dem Natur- und Freiraumkonzept (DIE HARKE berichtete) die Grundlagen für weitergehende Planungen schaffen wolle.

Zum Abschluss des Gespräches ging es auch um das deutsche Steuerrecht. Beckmeyer kritisierte, dass Unternehmen die Verrechnung im Konzernverbund ermöglicht werde, konkret führe diese Situation zum Beispiel für die Gemeinde Stolzenau zu einem bedeutenden Ausfall an Gewerbesteuereinnahmen. Beermann und Beckmeyer waren sich hier einig, dass die Gesetzgebung und Behörden hier mehr Mut bräuchten, bestehende Steuerregelungen zu verändern.

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Erstellt:
28. Januar 2020, 14:18 Uhr
Lesedauer:
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