Barbara Katz in voller Aktion in der Uchter Kirche. Bürger- und Kulturverein Uchte

Barbara Katz in voller Aktion in der Uchter Kirche. Bürger- und Kulturverein Uchte

Uchte 06.04.2017 Von Die Harke

Begeisterung über kochende „Lutherin“

„Frau Luther kocht“ als Theateraufführung in Uchter Kirche / Bürger- und Kulturverein wünscht sich eine Wiederholung

Katharina von Bora, Martin Luthers Frau, gilt als eine der ersten Feministinnen des ausgehenden Mittelalters. Sie war entlaufene Nonne, Eheweib des Reformators, Köchin, Medizinfrau, Saumärktin, Bäuerin, Gärtnerin, Bierbrauerin und vieles mehr. Ihren riesigen Haushalt hielt sie mit dem Beherbergen und Beköstigen der Studiosi und Professoren der Wittenberger Universität aufrecht. Bei dieser „Burse“ saßen, gegen gutes Geld, tagtäglich an die 50 Menschen zu Tische. Zu einer ganz besonderen Theateraufführung in der Uchter Kirche mit „Frau Luther“ hatte jetzt der Bürger- und Kulturverein jetzt zur großen Tafelrunde, gedeckt mit weißem Leinen und handgetöpfertem Geschirr, eingeladen. Schauspielerin Barbara Kratz schlüpfte in die Rolle der Lutherin, servierte ein Drei-Gänge-Menü, schenkte Wein aus – Zitat Luther: „Im Trockenen kann der Geist nicht wohnen“ – und vermittelte ihren Gästen auf emotionale Weise (perfekt in Mimik und Gestik) das ungewöhnliche Leben dieser Frau.

Im Plauderton, mal im mittelalterlich nachgebauten Stuhl sitzend, mal von Tisch zu Tisch schreitend, erzählte sie aus ihrem bewegten Leben: von der einsamen Kindheit im Kloster und der Flucht aus diesem mit 16 Jahren, ihrer Ankunft in Wittenberg und ihrer Ehe – einer Partnerschaft voller Hochachtung und Zuneigung.

Sie zog ihre Besucher (pardon – Gäste!) hinein in ihr Leben, biegt sich vor Lachen an Erinnerungen über Scherzartikel während der mittelalterlichen Tafel, ließ sie aber auch mitleiden bei der Schilderung über den Tod eines ihrer sechs Kinder. Zwischendurch gelangen ihr Verbindungen zum aktuellen Tagesgeschehen, etwa wenn sie ihrem (imaginären) Küchenhelfer Mahmud – ein „Flüchtling aus Syrien, unbegleiteter Jugendlicher“ Anweisungen zurief.

Und – hat Frau Luther auch wirklich gekocht? Zugegeben, der „Wittenberger Topf“, eine gehaltvolle Suppe aus Fleisch, Bohnen, Zwiebeln und vielen Kräutern wurde kurz vorher gegart. Aber dann: In einer Art Feldküche, aus der es knisterte, Funken flogen (rotes Konfetti) und mächtig dampfte, hatte das Hauptgericht seinen Auftritt. Drei Männer aus dem Publikum mussten helfen, die Schalen mit Suppe zu verteilen. Nachschlag war ausdrücklich erwünscht.

Die Gäste waren begeistert, dankten mit Standing Ovation für eine starke Inszenierung (Recherchen, Buch und Regie: Diana Anders) über eine starke Frau. Der [DATENBANK=2355]Bürger- und Kulturverein[/DATENBANK] als Veranstalter bemüht sich bereits um eine Wiederholung dieser Aufführung in Uchte.

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Erstellt:
6. April 2017, 21:00 Uhr
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