Zoey (links) und Fenja vertreiben sich gemeinsam mit Straßenmalkreide die Zeit auf dem Gelände der „Güldenen Sonne“ in Rehburg. Foto: Güldene Sonne

Zoey (links) und Fenja vertreiben sich gemeinsam mit Straßenmalkreide die Zeit auf dem Gelände der „Güldenen Sonne“ in Rehburg. Foto: Güldene Sonne

Rehburg-Loccum 26.03.2020 Von Heidi Reckleben-Meyer

„Bei uns ist Homeoffice keine Option“

Wie geht das Team des Rehburger Kinderheims „Güldene Sonne“ mit der Corona-Krise um?

Nicht nur in den Familien herrscht derzeit Ausnahmezustand, weil die Kleineren nicht in den Kindergarten und die Größeren nicht in die Schule gehen. Auch im Kinderheim „Güldene Sonne“ in Rehburg ist das nicht anders. Wie geht das Team der Einrichtung mit der Corona-Krise um?

„Im Moment ist im Hause alles ganz ruhig“, berichtet der Leiter der „Güldenen Sonne“, Jörg Wernich. Derzeit leben am Rehburger Standort 42 Kinder und Jugendliche. Denen habe man zunächst deutlich gemacht, dass es jetzt „Corona-Ferien“ gebe.

Dass es sich dabei um eine außergewöhnliche und ernste Situation insgesamt handele, sei auch schon deshalb deutlich geworden, weil die sonst üblichen Beurlaubungen für Besuche zu Hause ausgesetzt wurden.

„Wir wollen eine mögliche Staffelübergabe des Virus hier in die Einrichtung so gut wie möglich unterbinden.“ Die Kinder und Jugendlichen hätten diese Maßnahme auch deshalb akzeptiert, weil klar geworden sei, dass sie ihre Eltern oder auch Großeltern anstecken könnten bei solch einem Besuch.

Die Kontakte nach außen wurden insgesamt auf das Notwendigste heruntergefahren. Und das Team spreche in den einzelnen Gruppen auch immer wieder alle präventiven Hygienemaßnahmen an. Das sei für die „Güldene Sonne“ eine große Aufgabe, denn zum Team der „Güldenen Sonne“ gehören die genannten 42 Kinder und Jugendlichen sowie 75 Kolleginnen und Kollegen.

„Und bei uns ist nun einmal Homeoffice keine Option. Wir gehen täglich mit den Kindern und Jugendlichen um“, erklärt Wernich. „Wir sind hier wie eine Familie und die Kinder brauchen die Ansprache von uns auch“, berichtet Wernich.

Entscheidend sei, dass derzeit in den Gruppen eine klare Tagesstruktur vorgegeben werde, auch wenn jetzt das Frühstück etwas später als sonst üblich stattfinde. Alle Kinder und Jugendlichen sind angewiesen, sich in kleinen Gruppen zu beschäftigen. „Und es gibt klare Einkaufsregeln. Wir wollen verhindern, dass alle nacheinander losgehen, um sich eine Tüte Chips zu kaufen“, erläutert Wernich die Zielsetzung dahinter.

Besonders froh ist das Team um Wernich, dass die Einrichtung über ein so weitläufiges Gelände verfügt, auf dem auch Pferde und Meerschweinchen zu Hause sind. „Die meisten genießen die Sonne, auch wenn man sich eine warme Jacke anziehen muss.“

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Erstellt:
26. März 2020, 09:41 Uhr
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