Matthias Brosch DH

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Landkreis 13.12.2017 Von Matthias Brosch

Belastung durch „Gratis-Kitas“

Ab August 2018 soll es in Niedersachsen beitragsfreie Kindergärten geben. Das hat die neue Landesregierung vorgestern auf den Weg gebracht. Die Form der Umsetzung liegt aber im Dunkeln – und die Sorge bei den hiesigen Kommunen ist groß, dass die Finanzierung der „Gratis-Kitas“ zu ihren Lasten geht. Schon jetzt sei die Belastung groß. In der Koalitionsvereinbarung steht: „SPD und CDU werden mit den Kommunen eine entsprechende Finanzvereinbarung treffen, die einen fairen Ausgleich der Interessen von Land und Kommunen vornimmt.“ Einen fairen Ausgleich hat es aus der Sicht der Kommunen zuletzt schon nicht gegeben. Die laufenden Betriebskostenzuschüsse des Landes seien zu niedrig. Dass sich Eltern, Land und Kommunen wie vorgesehen zu je einem Drittel an der Finanzierung beteiligen, sei Makulatur. „Die kommunale Ebene trägt derzeit oft mehr als die Hälfte“, betont der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. Vor allem der gesetzliche Anspruch auf einen Krippenplatz erhöhte die Nachfrage in der jüngsten Vergangenheit, die kalkulierte Inanspruchnahme von 35 Prozent verdoppelte sich.

Die „Gratis-Kitas“ werden ebenso dazu führen, dass das Angebot ausgeweitet werden muss, obwohl der Bedarf es gar nicht erfordert. Schon beim dritten Kindergartenjahr, das seit 2007 beitragsfrei ist, war zu beobachten, dass die Erziehungsberechtigten ihren Nachwuchs länger als individuell nötig und pädagogisch notwendig in die Einrichtungen schickten.

Warum denkt eigentlich niemand über eine Entlastung der dringend gesuchten Fachkräfte nach, die momentan zum Beispiel auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen müssen? Ganz klar: Die Entlastung von Eltern verspricht größeres Lob.

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Erstellt:
13. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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