26.01.2014

Beratung, Unterstützung, Tipps

Am 15. Februar „Tag für pflegende Angehörige“ im Krankenhaus Stolzenau

Stolzenau. Zwei Menschen stehen am Rand der grauen winterlichen See, einer der beiden sitzt im Rollstuhl. Resignation oder Hoffnung? Was sich im Foto des Programms zum „Tag für pflegende Angehörige und Betroffene“ am 15. Februar als Grenzsituation darstellt, sieht der veranstaltende Arbeitskreis mit seinen ergänzenden Angeboten für pflegende Angehörige im Landkreis Nienburg als zukunftsweisende Weichenstellung. Gemeinsam Wege für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu finden und zu gehen, nennt er seine Zielsetzung. Der Erfolg gibt ihm Recht. „Wir sind dabei“, lautet das Motto von 13 Vereinen und Verbänden aus Stadt und Landkreis Nienburg sowie aus der Region Hannover. Im Februar vergangenen Jahres waren sie mit dem „Tag für pflegende Angehörige und Betroffene“ erstmals an die Öffentlichkeit gegangen. Eine Premiere im Gebäude der Mittelweser Kliniken Nienburg, die mit ihrem großen Programm für Jung und Alt mehrere Hundert Menschen angelockt hatte. Jetzt hat Chefarzt Dr. Torben Jüres die Veranstaltung ins Krankenhaus Stolzenau geholt. Von 10 bis 16 Uhr sind am Samstag, 15. Februar, Beratung, Unterstützung und Tipps von Betroffenen und professionell Helfenden geboten.

Im gedanklichen Austausch mit den Besuchern stehen deren Bedürfnisse, Fragen, Wünsche und Ideen in dieser kostenfreien Veranstaltung ganz im Vordergrund, Begleitung und Betreuung von erkrankten und behinderten Menschen vor Ort werden ebenfalls angeboten.

Über sechs Monate intensiver Vorbereitung hat der „Tag für pflegende Angehörige und Betroffene 2014“ dem Arbeitskreis der ergänzenden Angebote für pflegende Angehörige im Landkreis Nienburg abverlangt. Eine Aufgabe, die dessen hochmotivierte Frauen und Männer mit viel Energie, Engagement und Arbeitseinsatz bewältigen. Sich in die Situation der pflegenden Familienangehörigen hineinzuversetzen ist die Intention der Menschen im Arbeitskreis. „Dies nach außen zu transportieren, Hilfen anzubieten, Wegweiser zu sein in den Belastungen und Überforderungen des Alltags, aber auch im bürokratischen Dschungel“, sehen sie als unerlässliche Aufgabe in ihrer Arbeit für Erwachsene, aber auch für Kinder und Jugendliche.

„Was für die älteren und alten Menschen gilt, gilt auch für die jungen“, betont Initiatorin Annette Hillmann-Hartung, Leiterin der KIBIS-Selbsthilfe-Kontaktstelle im Paritätischen Wohlfahrtsverband Nienburg. Pflegebedürftigkeit kann in jedem Alter auftreten. Und so haben alle im Arbeitskreis ein Netzwerk geschaffen, in dem pflegende Angehörige und Betroffene „von der Wiege bis zur Bahre“ aufgefangen werden. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es, welche Vorsorge für die Zukunft kann getroffen, wie das Familiensystem gestützt werden, wo können Freiräume zur Erholung entwickelt werden, wo finde ich ein offenes Ohr, wo kann ich spontan sagen, was mich drückt?: Auf diese oft drängenden Fragen gibt es am „Tag für pflegende Angehörige und Betroffene“ die Antworten bei einem Markt der Möglichkeiten von 10 bis 16 Uhr mit den teilnehmenden Organisationen und Verbänden.

Chefarzt Dr. Torben Jüres und Stolzenaus Samtgemeindebürgermeister Bernd Müller eröffnen den großen Infotag. Der bietet im Halbstunden-Takt Film, Vorträge und Diskussion, unter anderem zur Lebenssituation von Eltern mit schwerst behinderten Kindern, zur Wichtigkeit von Angeboten für pflegende Angehörige, darüber hinaus weitere Themenschwerpunkte wie Sturzprophylaxe, Demenz und Vorsorgevollmacht. DH

Die Flyer mit Angebot und Programmablauf liegen landkreisweit aus in Arztpraxen, bei Stadt und Landkreis sowie in Banken und Sparkassen. Telefonische Anfragen nimmt die KIBIS-Selbsthilfe-Kontaktstelle unter Telefon (0 50 21) 97 35 25 entgegen.

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Erstellt:
26. Januar 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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