Bereits nach Wuhan geliefert

Bereits nach Wuhan geliefert

Besuch vom Ministerpräsidenten im Herbst 2018: Rainer Döring, Ralf Heineking, Dennis Heineking, Stephan Weil und Marc Heineking mit einer Flasche des Desinfektionsmittels aus Landesbergen. Foto: Stüben

Wer sich mit Desinfektionsmitteln eindecken will, steht momentan oft vor leeren Regalen oder müsste im Online-Handel zu überteuerten Preisen kaufen. Genügend Ware vorrätig ist hingegen im Raumgestaltungs-Fachmarkt Heineking in Landesbergen. Ein Liter Anwendungslösung kostet knapp neun Euro. Grund: Die Produktion findet gleich nebenan statt.

„Die Nachfrage bei uns ist enorm, förmlich explodiert. Wir sind vom Coronavirus und dem dadurch entstandenen Bedarf etwas überrannt worden“, sagt Marc Heineking, der neben dem „Erfinder“ Rainer Döring und seinem Bruder Dennis Heineking einer der drei Geschäftsführer des jungen Unternehmens Treox ist. Ihr gleichnamiges Produkt ist neu, hat gerade am 27. Februar die Zertifizierung bekommen und richtet sich vorrangig an Großkunden.

Drei Tonnen „Treox D“ nach Wuhan geliefert

Drei Tonnen „Treox D“ vom Start-up aus Landesbergen, das eine virustötende Wirkung besitzt, wurden in der vergangenen Woche über Frankreich und Japan ins chinesische Krisengebiet in Wuhan geliefert. Es wurden Krankenhäuser beliefert.

Aktuell werden täglich 7.000 Liter Konzentrat an der Brokeloher Straße produziert. Abgefüllt wären dies 70.000 Sprühflaschen, allerdings gingen die langsam aus. Eine weitere Handelsgröße ist ein Konzentrat im Zehn-Liter-Kanister, das größte Behältnis fasst 1.000 Liter (sogenannte IBC-Ware). „Wir empfehlen ein Misch-Verhältnis von 1:10. Es kommt aber immer auf den Anwendungsbereich an“, sagt Dennis Heineking. Grundsätzlich reiche gründliches Händewaschen, betont er, aber Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal sei auf Desinfektionsmittel angewiesen.

Nach den Meldungen der vergangenen Tage, die von einem Mangeln an Desinfektionsmitteln in Deutschland berichteten, sehen die Unternehmensgründer in ihrem Produkt eine Alternative, das auch den Menschen und Institutionen wie Kindergärten, Schulen und Firmen im Landkreis Nienburg helfen könnte. Während des Besuchs der HARKE informierte sich gerade ein Beschäftigter eines Altersheims über das Produkt.

Ministerpräsidenten Stephan Weil lobt Idee

Marc Heineking schrieb dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil und bot Hilfe an, schließlich könne die Produktion in Landesbergen erhöht werden: „Als IBC-Ware ist der Abtransport kein Problem.“ Der Regierungschef hatte dem innovativen Unternehmen im September 2018 einen Besuch abgestattet und lobte die Idee. Im Vergleich zu anderen Mitteln ist „Treox D“ frei von Alkohol und Chemie. Wer es aufträgt, könne die Mischung aus Wasser und Kochsalz nahezu bedenkenlos ablecken, heißt es.

Rainer Döring, der aus Isernhagen stammt, hatte mit der Forschung bereits 2011 begonnen. Auf der Suche nach einer Produktionshalle lernte er Ralf Heineking kennen und siedelte sich in der Gemeinde an. Der frühere Vertriebsmitarbeiter suchte ein mildes Desinfektionsmittel, frei von Warnhinweisen und Petrochemie, für seine Kinder. Diese wuchsen auf einem Bauerhof auf, wo die Hygiene immer eine große Rolle spielte und kleine Ratscher vorkamen. „Früher habe ich das mit Jod behandelt, aber das brannte immer höllisch.“

Auf der Homepage heißt es zur Vision: „Dabei spielt nicht nur die Wirksamkeit des gewählten Desinfektionsmittels eine Rolle; gerade bei der häufigen Anwendung und den notwendigen, großen Mengen rücken auch die gesundheitlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu Recht immer stärker in den Mittelpunkt.“ Der Coronavirus spielt diesem nun sprichwörtlich in die Hände.

Weitere Infos unter www.treox.de