Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Nienburg 23.12.2017 Von Edda Hagebölling

Berlin

Haben auch Sie Reiseziele, die Sie magisch anziehen? Städte, die Sie mindestens einmal im Jahr ansteuern müssen und dabei ein Gefühl von Nachhausekommen verspüren? Berlin stand rund um den 3. Advent auf dem Plan. Wegen der Weihnachtsmärkte, in erster Linie aber wegen so geschichtsträchtiger Orte, wie Brandenburger Tor, Reichstag oder Unter den Linden. Mit nahezu schlafwandlerischer Sicherheit fanden wir kleinen Landeier aber auch weniger spektakuläre Ziele. Die Überreste des Bunkers beispielsweise, in die sich die Anwohner des Friedrichshains nahezu jede Nacht flüchten mussten, wenn wieder Unmengen von Bomben über Berlin abgeworfen wurden. Oder den Treffpunkt für die Führung „Berliner Unterwelten“ unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen, die zwei Stunden später an der Bernauer Straße endete.

Dass wir in der Metropole Berlin sehr zu unserem Erstaunen so gut zurecht kamen, lag in erster Linie an dem total übersichtlichen U- und S-Bahnnetz. Aber auch an der Aufgeschlossenheit der Menschen, die in diesen vier Tagen unsere Wege kreuzten. Dabei machte es überhaupt keinen Unterschied, ob wir um 10 Uhr morgens scheinbar unschlüssig auf dem Alexanderplatz herumstanden oder am Tag der Abreise vor dem Hauptbahnhof überlegten, ob wir doch noch mal kurz dem Brandenburger Tor „Tschüss“ sagen sollten.

Was der Berlinabstecher außerdem mit sich brachte: Noch einen Tag länger und wir hätten englisch gesprochen. Im Hotel, in der Tram oder bei der Schifffahrt auf der Spree. Ganz automatisch. Ohne nachzudenken. Einfach nur inspiriert von den Menschen um uns herum. „Warum begegnen wir allem Fremden eigentlich eher erst einmal mit Ablehung“, war einer der Gedanken, die mir auf dem Weg zurück in die Provinz durch den Kopf gingen.

Wobei ich natürlich gerne auch eine Lanze für besagte Provinz breche. Und das nicht nur wegen der Beilage „Heimvorteil“, die der heutigen Ausgabe der HamS beiliegt. Ein, zwei leckere weiße Glühweine auf dem Weihnachtsmarkt der Schausteller, Lieder und Geschichten beim Offenen Adventskalender bei Familie Bokeloh und zum Abschluss lecker Essen und Wichteln mit Blick auf die Weser. Gemütlicher und entspannter als am Donnerstag in Nienburg kann eine Weihnachtsfeier kaum sein.

Doch jetzt ist erst einmal wieder Schluss mit Glühwein und gebrannten Mandeln. Spätestens, wenn heute Abend der Weihnachtsbaum leuchtet oder Sie in der Kirche das traditionelle „Oh, du Fröhliche“ singen, wird sich auch in diesem Jahr trotz des Wetters die Weihnachtsstimmung einstellen.

Eine Weihnachtsgeschichte können Sie – wenn Sie mögen – auf Seite 4 lesen. Ein junger, zum Christentum kovertierter, Iraner feiert zum ersten Mal Weihnachten in Nienburg. Ohne Repressalien. Und ohne Angst.

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Erstellt:
23. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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