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15.02.2021 Von Die Harke

Berufshaftpflichtversicherung - alles auf einen Blick

Wer als Selbständiger einen Fehler macht, muss für den verursachten Schaden aufkommen. In den meisten Fällen sind nicht nur berufliche, sondern auch private Vermögenswerte gefährdet. Eine Berufshaftpflichtversicherung schützt Unternehmen und Privatpersonen vor teuren Entschädigungen. Aber was deckt die Versicherung ab? Wer braucht eine Berufshaftpflichtversicherung und worauf kommt es an? Der folgende Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist eine Berufshaftpflichtversicherung?

Wenn ein Selbständiger nachweislich für einen Personen- und Sachschäden verantwortlich ist, übernimmt die Berufshaftpflichtversicherung den Schaden. Während Arbeitnehmer in der Regel vom Arbeitgebern abgesichert werden, kommen Freiberufler und Selbstständige mit ihrem beruflichen und privaten Vermögen für Fehler auf.

Bestimmte Berufsverbände wie Architekten, Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer müssen in jedem Fall eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Wenn Sie keine Versicherung abschließen müssen, sollten Sie dennoch eine detaillierte Risikoanalyse Ihres Unternehmens durchführen. Risiken, die schwer zu berechnen sind oder die Sie an finanzielle Grenzen bringen können, können einfach über eine Berufshaftpflichtversicherung kompensiert werden. Nicht umsonst vertrauen sich Kunden bei Großaufträgen in der Regel nur versicherten Freiberuflern und Selbstständigen an.

Die Berufshaftpflichtversicherung in der Praxis

Angenommen, ein IT-Dienstleister hat die Webseite eines Kunden durch einen Programmierfehler zum Erliegen gebracht. Die Webseite mit integriertem Online-Shop ist über mehrere Stunden offline, bevor der Schaden behoben ist. Der Webseitenbetreiber verlangt nun vom IT-Dienstleister, dass er nicht nur die Reparaturkosten, sondern auch die Verkaufsverluste übernimmt. Der Dienstleister ist für den Schaden verantwortlich und muss Schadensersatz leisten - wenn nötig, auch mit seinem Privatvermögen. Hat der IT-Dienstleister eine Berufshaftpflichtversicherung, kompensiert diese den Schaden.

Welche Leistungen deckt die Berufshaftpflichtversicherung ab?

Wenn ein Dritter verletzt wird oder Sachschäden entstehen, schützt die Berufshaftpflichtversicherung Sie und Ihr Unternehmen vor finanziellen Belastungen, die im schlimmsten Fall Ihre berufliche Existenz gefährden. Darüber hinaus überprüft die Versicherung die Rechtmäßigkeit von Ansprüchen gegen Sie. Sollte sich das Ergebnis als unangemessen herausstellen, trägt die Versicherungsgesellschaft die Rechtskosten für die Abwehr von Ansprüchen Dritter (passiver Rechtsschutz). Versichert sind nicht nur Sie als Selbstständiger, sondern auch Ihre Mitarbeiter, Praktikanten und Hilfskräfte wie beispielsweise Reinigungskräfte.

Was sind die Versicherungskonzepte der Berufshaftpflichtversicherung?

Die Berufshaftpflichtversicherung kann Personenschäden, Sachschäden und reine wirtschaftliche Verluste nach individuellen Bedürfnissen abdecken. Daher werden zwei Grundversicherungen und ihre unterschiedlichen Deckungen kombiniert: die gewerbliche und die finanzielle Schadenhaftpflichtversicherung. Da jeder Freiberufler und Unternehmer unterschiedliche berufliche Risiken hat, muss die Berufshaftpflichtversicherung separat angepasst werden. Nur so können Sie im Schadensfall den besten Schutz erhalten und bekommen die Versicherung, die Sie wirklich brauchen. Abhängig von der Tätigkeit bietet die Berufshaftpflichtversicherung unterschiedliche Versicherungskonzepte.

1. Schutz vor Vermögensschäden

Damit können Sie sich als Selbstständiger gegen Schadensersatzansprüche versichern, die durch reine finanzielle Verluste verursacht werden. Dieses spezielle Versicherungskonzept umfasst den Umfang der Haftpflichtversicherung. Diese Versicherung ist bis zu einem gewissen Grad erforderlich, insbesondere für Berufsgruppen mit Beratungs- und Dienstleistungsaktivitäten und in einigen Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Denn wer bei der Beratung Dritter Fehler macht, läuft Gefahr, dem Kunden einen finanziellen Verlust zu bescheren.

2. Versicherung bei persönlichen Schäden

Mit dieser Variante können Sie sicherstellen, dass Sie vor diesen Ansprüchen sowie indirekten wirtschaftlichen Folgeschäden geschützt sind. Wenn sich beispielsweise ein Kunde in den Büroräumen verletzt oder ein Mitarbeiter versehentlich das Inventar eines Auftraggebers beschädigt, greift dieses Versicherungskonzept. Berufsgruppen wie beispielsweise Heilpraktiker, Kosmetiker, Fitnesstrainer und Ärzte, die sich direkt an Kunden wenden, sind einem erhöhten Risiko für solche Schäden ausgesetzt. Gleiches gilt für Handwerker, die während ihrer beruflichen Tätigkeit häufig auf Kundeneigentum arbeiten.

3. Schutz vor allen Haftungsansprüchen

Einige Unternehmer und Freiberufler sind von allen genannten beruflichen Risiken betroffen. Sie benötigen eine Versicherung, die persönliche und Sachschäden sowie reine finanzielle Verluste abdeckt. Bei diesen Berufsgruppen empfiehlt sich ein kombiniertes Versicherungskonzept beider Module.

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Erstellt:
15. Februar 2021, 11:08 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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