Immer mehr Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sind gezwungen, den Weg zum Sozialamt anzutreten.  Foto: toa555 - stock.adobe.com

Immer mehr Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sind gezwungen, den Weg zum Sozialamt anzutreten. Foto: toa555 - stock.adobe.com

Landkreis 19.07.2020 Von Edda Hagebölling

Beschämend

Guten Tag!

„Mit großem Interesse habe ich vor einigen Wochen in der HARKE am Sonntag einen Bericht gelesen. Es ging dabei unter anderem um einen regionalen Rettungsschirm für Hartz IV-Empfänger, die für ihre Kinder eine Pandemie-Prämie erhalten sollen. Das finde ich auch richtig und fair. Aber wer denkt an uns Rentner? Ich habe die Erwerbsunfähigkeitsrente plus Grundsicherung. Was nach Abzug aller Verpflichtungen übrig bleibt, ist äußerst beschämend. Alles, aber auch alles ist teurer geworden. Lebensmittel, Strom, Friseur und so weiter und so weiter. Bevorraten konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt. An dringende Anschaffungen ist überhaupt nicht zu denken. Selbst ein paar Euro Rentenerhöhung werden einem gleich wieder von der Grundsicherung abgezogen. Wieder bleiben die Armen auf der Strecke.“

Dieses Schreiben erreichte die Redaktion in der vergangenen Woche.

Beschämend auch, was Marion Schaper und Werner Behrens vom Bündnis für Soziale Gerechtigkeit im Landkreis Nienburg in ihrem Schreiben an Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann massiv monieren.

Immer mehr Heimbewohnerinnen und Heimbewohner sind gezwungen, den Weg zum Sozialamt anzutreten. Selbst wenn sie über eine überdurchschnittliche Rente verfügen, reicht diese bei Weitem nicht für einen Platz im Altenheim.

Im Kreis Nienburg ist der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim allein in diesem Frühjahr um 400 bis 500 Euro auf mittlerweile 1900 bis 2000 Euro gestiegen. Zum Vergleich: Die Menschen in Niedersachsen bekommen durchschnittlich rund 1300 Euro Rente, Frauen sogar nur knapp 900.

Nach Überzeugung des Bündnisses kann es nicht sein, dass die Kosten für die bessere Bezahlung des Pflegepersonals, aber auch die Investitionskosten – laut Schaper im Landkreis rund 580 Euro im Monat – auf die Heimbewohner umgelegt werden. Sie bitten darum, die Finanzierung der Heimplätze gründlich zu überdenken.

Eine nette Geschichte steuert in dieser Ausgabe – natürlich nicht zum ersten Mal – mein Nordkreis- Kollege bei. Der Skulpturenpfad rund um Warpe ist um eine Figur reicher. Am Donnerstag wurde „Tiere auf Hochsitz“ übergeben. Der Tourismus-Service Grafschaft Hoya bietet für heute eine geführte Radtour auf den Spuren der Kunstwerke an. Coronabedingt ist eine Teilnahme ohne Anmeldung nicht möglich, aber selbstverständlich kann man sich jederzeit auch allein auf den Weg machen.

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen ersten Feriensonntag.

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Erstellt:
19. Juli 2020, 06:02 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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