Henry Meyer.

Henry Meyer.

25.01.2015

Besitzverhältnisse seit 1583 aufgeschrieben

Henry Meyer: Menschen mit ihren Häusern hat er zur Geschichte gemacht

Von Horst Achtermann

Hoya. Wer lebte in den Häusern in der Deichstraße 16 und 18, seit wann steht in Hoya ein Rathaus oder einfach, wer über Hoyas Häuser und Straßen was wissen will, wende sich an Henry Meyer. Die Geschichte eines Hauses ist nicht nur Baugeschichte, sondern immer auch Stadt- und Familiengeschichte, so sein Motto. Betritt der Besucher den Arbeitsraum von Henry Meyer, so steht er vor meterlangen Regalen, in der sich über 100 Ordner aneinanderreihen, das Privat-Archiv von Hoyas Stadtarchivar Henry Meyer. Außerdem betrachtet sich Henry Meyer als Verwalter des Stadtarchivs. Henry Meyer, geboren in Hilgermissen, ist bei dem legendären Lehrer Fritz Helfers in Ubbendorf im ersten Jahr zur Schule gegangen. Im Hoyaer Land bekannt durch sein geschichtliches Wissen. Seit 1943 lebt Henry Meyer in Hoya. „Hier habe ich meine erste Fremdsprache gelernt, hochdeutsch“, scherzt Henry Meyer. Mit inzwischen 1500 Postkarten hat alles in den 1980er Jahren angefangen. Luftaufnahmen von Hoya schon vor dem Krieg, vermischt mit Fotos, hat er nach Straßen, Vereinen und Personen geordnet. „Das sind schon einige Tausend.“ Menschen mit ihren Häusern in Hoya hat er bis 1583 zurückverfolgt, mit Erkenntnissen aus dem damaligen Lagerbuch. Nach dem Motto: Straßennamen erzählen Hoyas Geschichte. So hat die Familie Isaac Elias das Haus in der Deichstraße 16 über 200 Jahre in ihrem Besitz gehabt. Allein in 16 Ordnern sind Familiengeschichten von Henry Meyer aufgeschrieben. Ein einmaliger Bestand in diesen Ausmaßen. Zeitungsausschnitte hat er seit 1880 mit besonderen Ereignissen aus Hoya gesammelt. Alte Protokollbücher von Ratssitzungen ab 1863 liegen bei Henry Meyer zur Verwahrung. „Teilweise aus privater Hand zurückgekauft.“ Weiter ist ein Merianstich über Hoya von 1650 in seinem Besitz.

Sein Bestand an historischen Aufzeichnungen soll später einmal in Hoya bleiben. „Verschenken will ich es allerdings nicht“, unterstreicht der Historiker. Eine hauptamtliche Kraft für Archiv und Museum sollte die Stadt schon einstellen. Im Staatsarchiv des Landes Niedersachsen liegen Akten vom Amt Hoya, die im Jahr 1946 beim Hochwasser beschädigt wurden, sie sollen wieder aufgearbeitet werden. Inzwischen macht die Samtgemeinde Grafschaft Hoya mit den Mitgliedsgemeinden Nägel mit Köpfen. Die von Schimmelpilzbefall und die Zersetzung von Papiersubstanz bedrohten Akten, mit Aufzeichnungen der Jahre 1313 bis 1913, können restauriert werden. Die Projektkosten belaufen sich auf 165 000 Euro. Die Mitgliedsgemeinden haben in ihren Haushalten 2015, nach einem bestimmten Schlüssel, Beträge, auf Einwohnerzahlen runtergebrochen, eingegeben.

Die Hälfte der Kosten von 85 000 Euro zahlt das Land Niedersachsen. Weiter beteiligen sich die VGH-Stiftung, der Landschaftsverband Weser/Hunte und die Hoya-Diepholzsche Landschaft. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer hat im letzten Jahr die Finanzierung dieser wertvollen Akten voran gebracht, ein wertvoller Schatz aus der Geschichte des Amtes Hoya.

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Erstellt:
25. Januar 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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