Polizeiakademie-Direktor Carsten Rose (rechts) mit Alassane Traore, Moussa Dionké Sissiko, Klaus-Dieter Tietz und Seydou Diarra (von links). Polizeiakademie

Polizeiakademie-Direktor Carsten Rose (rechts) mit Alassane Traore, Moussa Dionké Sissiko, Klaus-Dieter Tietz und Seydou Diarra (von links). Polizeiakademie

Nienburg 03.04.2019 Von Die Harke

Besuch aus Mali an der Polizeiakademie

Akademie bietet zwei Mal jährlich Lehrgänge für malische Polizeiausbilderinnen und -ausbilder an

Noch bis heute ist an der Polizeiakademie Niedersachsen eine hochrangige Delegation der Polizei Malis zu Gast. Zu den Besuchern gehören der Leiter für Fragen der polizeilichen Aus- und Fortbildung im Innenministerium von Mali, Alassane Traore, der Direktor der dortigen nationalen Polizeischule, Seydou Diarra, sowie der Leiter der Verwaltungseinheit an dieser Einrichtung, wie die Polizeiakademie mitteilt. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „In der noch jungen Demokratie Malis ist die nationale Polizeischule sehr darum bemüht, im Sinne einer offenen und bürgernahen Arbeit Vertrauen in der Bevölkerung aufzubauen. Ziel des Besuches ist es, eine Zwischenbilanz über die seit 2017 bestehende Kooperation mit der Polizeiakademie Niedersachsen zu ziehen und sich über die Schwerpunkte der künftigen Zusammenarbeit auszutauschen.

Derzeit bietet die Polizeiakademie Niedersachsen zwei Mal jährlich Lehrgänge für malische Polizeiausbilderinnen und -ausbilder an, in diesem Frühjahr einen dreiwöchigen Kurs mit den Schwerpunkten Kriminaltechnik und Menschenrechte. Durch die Fortbildungsaktivitäten soll die malische Polizei beim Aufbau ihrer Kapazitäten unterstützt werden, was dringend geboten ist, um auf die immensen sicherheitspolitischen Herausforderungen in diesem Land – unter anderem organisierte Kriminalität und islamistischer Terror – angemessen reagieren zu können. Dies schließt die Vermittlung rechtsstaatlicher Prinzipien zwecks Etablierung einer bürgernah ausgerichteten Polizei ein.

Die Delegation wurde in Nienburg unter anderem bei einem Gang durch die Liegenschaft mit den Ressourcen vor Ort vertraut gemacht. Zugleich wurde thematisiert, auf welche eigenen Erfahrungen die Polizeiakademie Niedersachsen, deren Studierendenzahlen sich wegen des erhöhten Bedarfs an Polizeikräften in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben, im Umgang mit den damit verbundenen Studienmanagements- und Planungsprozessen zurückgreifen kann.“

Die Delegationsmitglieder hatten die Möglichkeit, an einer Bachelorabschlussfeier teilzunehmen, wo sie auch Innenminister Boris Pistorius trafen. Tags darauf wurden den Besuchern Einblicke in die Arbeit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland und der in Wilhelmshaven ansässigen Wasserschutzpolizeistation geboten.

Als nächste Besuchsstation stellte das Landeskriminalamt Hannover verschiedene Ansätze und Methoden zur Schaffung von Sicherheit in urbanen Räumen vor und verdeutlichte, welche Bedeutung Phantombildzeichnungen bei der Aufklärung von Vermisstenfällen und Straftaten oder ähnliches haben. Besuche an den Studienorten Nienburg und Hann. Münden, gefolgt von einer Reise nach Berlin, rundeten das Programm ab.

Wie schon im Vorjahr ist für den Herbst 2019 wieder ein Lehrgang an der Nationalen Polizeischule von Mali unter der Leitung niedersächsischer Polizeitrainerinnen und -trainer vorgesehen. Polizeiakademie-Direktor Carsten Rose fasste als Fazit zusammen: „Bei den Gesprächen wurde das hohe Bestreben nach Professionalisierung der malischen Nationalpolizei erkennbar. Mit der Kooperation, die mittlerweile auch über ERASMUS-Fördermittel unterstützt wird, sind wir auf dem richtigen Weg. Bereits nach dieser kurzen Zeit können wir erste greifbare Ergebnisse präsentieren. Neue Qualifizierungsmaßnahmen werden vor Ort umgesetzt.“

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Erstellt:
3. April 2019, 05:26 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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