Nienburgs Tafel-Geschäftsführerin Beate Kiehl. Foto: Lüers-Grulke

Nienburgs Tafel-Geschäftsführerin Beate Kiehl. Foto: Lüers-Grulke

Nienburg 09.01.2021 Von Die Harke

Betrieb trotz Corona durchgängig aufrecht erhalten

Nienburger Tafel und Förderverein der Einrichtung blicken auf 2020 zurück und hoffen auf weitere Unterstützung

Denjenigen helfen, denen es finanziell nicht so gut geht. Das ist das gemeinsame Ziel der Tafel Nienburg, einer gemeinnützigen GmbH, und des Fördervereins Nienburger Tafel. Um das weiter zu ermöglichen, wenden sich Beate Kiehl, Geschäftsführerin der Tafel, sowie Anna Teschner, Ulrich Anding und Jürgen Folk, Vorstandsmitglieder des Fördervereins, in einem gemeinsamen Aufruf an Firmen, Institutionen und an die Bevölkerung in Stadt und Landkreis und werben um Spenden für die Unterstützung der besonders bedürftigen Menschen in der Region.

„Die Corona-Pandemie war auch für uns eine gewaltige Herausforderung, die wir aber sehr gut gemeistert haben“ resümiert Beate Kiehl das Jahr 2020 und verweist stolz auf die Tatsache, dass Nienburg zu den bundesweit sehr wenigen Tafeln gehört, die den Betrieb während des gesamten Pandemiezeitraums durchgehend geöffnet gehalten hat.

Möglich war und ist dies laut Kiehl über ein sehr gutes Hygienekonzept, durch die großartige Mitarbeit von mehr als vierzig, zumeist ehrenamtlich, tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (weitere Helfer, gerne mit Führerschein, sind willkommen) und mit Hilfe der organisatorischen und finanziellen Unterstützung durch den Förderverein. Mit der erfolgreichen Krisenbewältigung wird die Arbeit für die örtliche Tafel mit den Ausgabestellen in Nienburg, Hoya und Stolzenau in nächster Zeit aber auf keinen Fall einfacher werden. Vielmehr muss sich die Tafel bereits jetzt darauf einstellen, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln vor Ort deutlich ansteigen wird.

Gründe dafür sind, dass Corona die wirtschaftliche Situation von nicht wenigen Arbeitnehmern kurz- und mittelfristig stark belasten wird, die Altersarmut zunimmt und die Anzahl der Asylbewerber wohl auch nicht abnehmen wird. Beate Kiehl berichtet, dass die Tafel bereits jetzt rund 6.000 Lebensmittelabgaben im Monat leistet. Die dafür erforderliche Organisation erzeugt jährliche Kosten in Höhe von mehr als 120.000 Euro für Miete, Fuhrpark, Personal und sonstige Ausgaben, die nur in Höhe von etwa 43.000 Euro über die Eigenanteile der Tafelkunden gegenfinanziert sind.

Weil die Tafel keine staatlichen Zuschüsse erhält, muss der Restbetrag jährlich wiederkehrend über Spenden eingeworben werden. Bei der Mittelbeschaffung unterstützt der Förderverein seit fast fünf Jahren die Tafel und hat in dieser Zeit fast 80.000 Euro im Wesentlichen für die Erneuerung des Anlagevermögens, in die Liquidität und gerade jetzt für Ausgaben im Zusammenhang mit der Pandemie geleistet.

Der besondere Spendenaufruf, der jetzt gestartet wird, hat nach den Angaben der Initiatoren den hauptsächlichen Grund, die Tafel für die Zukunft stabil zu finanzieren, wobei bereits für das nächste Jahr der Ersatz des reparaturanfälligen zweiten Kühlfahrzeugs mit einem Kaufpreis von 45.000 Euro finanziert werden muss.

Weitere Informationen sind unter Telefon (0 50 21) 91 50 60, per E-Mail an info@nienburger-tafel.de und auf der Homepage der Tafel Nienburg sowie der des Fördervereins zu bekommen.

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Erstellt:
9. Januar 2021, 19:30 Uhr
Lesedauer:
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