Luftbildfotograf / Fotolia

Luftbildfotograf / Fotolia

Rodewald/Nienburg 07.02.2019 Von Andreas Wetzel

Betrunken Rettungskräfte angegriffen

48-Jähriger randaliert auf Rodewalder Markt und bekommt dafür eine Bewährungsstrafe

Während des Rodewalder Jahrmarkts im September 2018 kam es zu einem Zwischenfall mit einem betrunkenen 48-jährigen Rodewalder, für den er sich jetzt vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten musste. Wegen Widerstands und eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung wurde er zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. An jenem Samstagabend war die Polizei nach Rodewald gerufen worden, weil der Angeklagte im erheblich angetrunkenen Zustand mehrere Leute angepöbelt hatte und gegen Schaustellerbuden gestürzt war. Hierbei hatte er sich verletzt, und ein Rettungswagen war zu seiner Versorgung angefordert worden. Die Rettungssanitäter hatte der Angeklagte dann angegriffen, sodass die Polizei angefordert wurde.

Als die Polizei eintraf, versuchte sie zunächst, den Angeklagten davon zu überzeugen, das Fest freiwillig zu verlassen. Für diese Bitte zeigte sich der Angeklagte, so die beiden Polizeibeamten in ihren Aussagen, wenig empfänglich. Grund hierfür war wohl auch der Alkoholisierungsgrad mit etwa 2,8 Promille. Die Polizeibeamten erteilten dem Angeklagten daher einen Platzverweis bis zum nächsten Morgen und forderten ihn auf, das Gelände zu verlassen.

Zunächst ging der Angeklagte, begann dann aber zu randalieren und schlug gegen ein Auto. Als die Polizeibeamten einschritten, beleidigte er sie. Außerdem forderte er Passanten auf, die Polizeibeamten anzugreifen. Einige Zuschauer nahmen daraufhin drohende Haltungen gegen die Polizeibeamten ein, sodass diese Unterstützung anforderten. Nachdem die Unterstützung eingetroffen war, konnte die Lage beruhigt werden. Der Angeklagte wurde nach Nienburg in die Ausnüchterungszelle gebracht, in der er bis zum nächsten Morgen blieb.

Bei der Gerichtsverhandlung machte der Angeklagte von seinem Recht, zu schwiegen Gebrauch und äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 10 Euro.

Das Gericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Das Gericht begründete das harte Urteil damit, dass es nicht hinnehmbar sei, Rettungskräfte und Polizei anzugreifen und dann noch Passanten aufzufordern, die Helfer ebenfalls anzugreifen. Daher das harte Urteil, auch wenn der Angeklagte strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sei. Darüber hinaus muss der Angeklagte als Auflage 300 Euro an den Sozialfonds der Polizei zahlen.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 07sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.