Homeoffice ist ein echter Bewegungskiller Foto: stock.adobe

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Landkreis 05.04.2020 Von Philipp Keßler

Bewegungskiller Homeoffice

Guten Tag!

Raus aus den Federn, vorbei an der Kaffeemaschine und direkt an den Rechner. Warum morgens anziehen? Mich sieht ja eh keiner. Im Homeoffice kann man sich teilweise richtig gehen lassen. Das ist für ein paar Tage mal ganz lässig, aber auf Dauer kann ich mir das nicht vorstellen. Auch für uns HARKE-Redakteure heißt es in der aktuellen Coronakrise vermehrt: zuhause arbeiten. Immer geht das nicht, weil vor allem die Zeitungsseiten doch noch in der Redaktion erstellt und layoutet werden müssen.

Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann aber schnell zum ernsten Problem werden. Sportmediziner schlagen Alarm: Viele Menschen im Homeoffice litten unter Bewegungsmangel – die Folge seien ernsthafte Erkrankungen. Fehlende Mobilität und ungesunde Ernährung sind die Hauptfaktoren. Aktuell seien laut der Universität Hamburg 53 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, dieser Wert dürfte in der Pandemiezeit weiter ansteigen. Damit könnten auch bestimmte Krankheiten zunehmen, etwa Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Leiden oder Adipositas.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums gingen sieben Prozent aller Todesfälle direkt auf Bewegungsmangel zurück, bei fast allen bedeutenden Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sei dieser mitverantwortlich. Solche Risiken nähmen jetzt zu. Laut den Experten müsse man verschärfte Ausgangsbeschränkungen, etwa wie in Italien, dringlichst vermeiden.

„Denn dann könnte es dazu kommen, dass viele nicht an Covid-19 sterben, aber vielleicht an einem Herzinfarkt, der durch die Folgen von Bewegungsmangel erst manifest wird. Es darf nicht passieren, dass man Menschen vor einem Risiko schützen will und sie zugleich einem anderen aussetzt“, sagt beispielsweise Medizinprofessor Rüdiger Reer in der FAZ.

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Erstellt:
5. April 2020, 07:04 Uhr
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