07.04.2013

Bilder von jüdischen Frauen

Oppermann- Gesellschaft lädt zu Lesung ein

Nienburg. „Lieber Doctor, Sie sind in unserm Hause einmal zum „spiritus familiaris“, heißt es nicht so? ausersehen“. Mit diesem charmanten Titel eines „guten Hausfreundes“ charakterisiert in dem 1870 verlegten Roman „Hundert Jahre“ die Hoyaer Bankiersgattin Bettina Hirschsohn die Romanfigur Dr. Bruno Baumann. Letzterer ist das alter ego des Nienburger Romanautors Dr. Heinrich Albert Oppermann, der dann in der Romanfolge sich für die freundliche Charakterisierung revanchiert: „Bettina ließ ihr ganzes Wissen und Können glänzen, sie war in seinen Augen die gebildetste Dame, die er bis jetzt kennen gelernt hatte.“ Die Beschreibungen von unterschiedlichen Lebenswelten jüdischer Frauengestalten sind in Heinrich Albert Oppermanns Roman „Hundert Jahre“ ein fester Bestandteil der Handlung. Aus begleitenden Forschungen zu der momentan im Nienburger Museum stattfindenden Ausstellung „Stätten jüdischer Kultur und Geschichte in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser“, an der die Oppermann-Gesellschaft als Kooperationspartner beteiligt ist, geht hervor, dass Oppermann bei der Beschreibung seiner Romanakteure sich bei der Familie Hirschsohn großstädtisch-assimilierter jüdischer Vorbilder bediente und sie in der Romanfiktion in die ansonsten sehr präzise beschriebenen Lebenswelten in Heustedt/Hoya implementierte.

Im Rahmen der oben genannten Wanderausstellung lädt die Heinrich Albert Oppermann-Gesellschaft am 11. April um 18 Uhr zu einer Lesung in das Quaet-Faslem-Haus Nienburg, Leinstraße 4 ein. Olga Suin de Boutemard wird Bilder von jüdischen Frauengestalten aus dem Mittelweserraum in Heinrich Albert Oppermanns Roman „Hundert Jahre“ vorstellen. Musikalisch begleitet wird sie dabei von Hartmut Fischer aus Northeim. Der Eintritt ist frei.

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Erstellt:
7. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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