Im Schnitt wirft jeder Deutsche 85 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Symbolfoto: Pixabay

Im Schnitt wirft jeder Deutsche 85 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Symbolfoto: Pixabay

Landkreis 12.02.2020 Von Nikias Schmidetzki

Billig? Bio? Fair gehandelt?

Möglichst billig? Möglichst bio? Möglichst fair? Die Diskussion um Lebensmittelpreise zeigt einmal mehr auf: Alles geht nicht. Und sie macht deutlich, dass an vielen Stellen Aufklärung nötig ist. Aufklärung über Nahrungsmittelproduktion und -verteilung.

Nach Angaben der Tafel Deutschland schmeißt jede und jeder Deutsche im Schnitt 85 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Ein Vier-Personen-Haushalt gebe damit jährlich etwa 900 Euro für Lebensmittel aus, die gar nicht verzehrt werden. 50 Prozent der Lebensmittelverschwendung entstehe in privaten Haushalten, erklärt der Verein, zu dem auch die Einrichtungen im Landkreis Nienburg gehören. Bundesvorsitzender Jochen Brühl schreibt: „So lange wir uns diese Lebensmittelverschwendung leisten, können wir nicht gegen etwas höhere Preise von Fleisch, Wurst, Milchprodukten oder Gemüse argumentieren. Vielmehr zeigt es doch, dass wir unser Verhältnis zum Wert von Lebensmitteln überdenken müssen.“

Auf der anderen Seite seien etwa 15 Prozent der Deutschen arm oder von Armut bedroht. „Sich ausgewogen, vollwertig und sicher zu ernähren, darf kein Luxus sein, den sich einige nicht leisten können“, kritisiert Brühl. Dennoch seien niedrige Lebensmittelpreise nicht der alleinige Ansatz. Er appelliert an eine bessere Ernährungsbildung. „Wissen über Herkunft und Aufwand der Produktion von Lebensmitteln steigert die Wertschätzung von Lebensmitteln ebenso wie es helfen kann, kostengünstiger einzukaufen.“

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Erstellt:
12. Februar 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 38sec

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