Die Anwärterinnen Lara Christin Böse (links) und Michelle Metaschew stehen auch bildlich im Vordergrund, dahinter Geschäftsleiterin des Amtsgerichts Mareen Fladrich und Ausbildungsleiterin Marlies Hagemann. Amtsgericht Nienburg

Die Anwärterinnen Lara Christin Böse (links) und Michelle Metaschew stehen auch bildlich im Vordergrund, dahinter Geschäftsleiterin des Amtsgerichts Mareen Fladrich und Ausbildungsleiterin Marlies Hagemann. Amtsgericht Nienburg

Nienburg 15.10.2018 Von Die Harke

Bindeglied zwischen Bürgern und Justiz

Amtsgericht Nienburg bildet nach über 15 Jahren wieder Justizfachwirte aus

Mit Lara Christin Böse und Michelle Metaschew haben am Amtsgericht Nienburg zwei junge Frauen ihre Ausbildung zur Justizfachwirtin begonnen. Das Besondere daran: Über 15 Jahre war dies in der Kreisstadt nicht mehr möglich gewesen. Das Amtsgericht schreibt dazu in einer Pressemitteilung: „Über viele Jahre hin erfolgte im Landgerichtsbezirk Verden, zu dem neben neun weiteren Amtsgerichten auch das Amtsgericht Nienburg gehört, die Ausbildung des Justiznachwuchses nur an einzelnen Gerichten. Zuletzt bei den Amtsgerichten Syke, Verden und Walsrode. Junge Kolleginnen und Kollegen aus dem Landkreis Nienburg, die sich für die Justiz entschieden, mussten also für ihre Ausbildung weite Wege in Kauf nehmen.“

Umso erfreulicher sei es nun, dass das Oberlandesgericht Celle, das zentral für seinen gesamten Bezirk die Einstellung des Justiznachwuchses auf allen Ebenen steuert, nunmehr auch wieder das Amtsgericht Nienburg zu einem Ausbildungsgericht bestellt hat. „Der Altersdurchschnitt der hier beschäftigten Justizfachwirte liegt inzwischen bei 55 Jahren. Um allein die zahlreichen Altersabgänge in den nächsten Jahren auffangen zu können, sind wir dringend darauf angewiesen, wieder geeigneten Nachwuchs für die Justiz hier vor Ort und für unser Gericht auszubilden. Umso schöner ist es, dass wir hiervon auch das Oberlandesgericht überzeugen konnten“, sagt der hiesige Direktor des Amtsgerichts, Bernd Bargemann.

„Ich kann nur jedem den Beruf empfehlen, der Alltag in einem Gericht gestaltet sich sehr vielseitig und ist dazu noch sehr spannend“, wird Lara Christin Böse aus Steyerberg zitiert. Und Michelle Metaschew aus Eystrup fügt hinzu, dass nebenbei das Gehalt auch gar nicht so schlecht sei: „Wir wurden hier sehr freudig empfangen und ins Team aufgenommen. Auf unsere fachtheoretischen Lehrgänge, die nach den ersten Monaten praktischer Ausbildung dann beim Landgericht stattfinden werden, sind wir schon sehr neugierig“.

Auch wenn es sich bei ihnen um Abiturientinnen handelt, kommen für die Ausbildung zum Justizfachwirt auch Real- beziehungsweise Oberschulabsolventen in Betracht. Geschäftsleiterin Mareen Fladrich: „Wir haben die Ausbildungsmöglichkeiten beim Amtsgericht Nienburg für angehende Justizfachwirte in den letzten beiden Jahren verstärkt in unserer Region beworben und auch die Bewerberzahlen deutlich steigern können. Zugleich stellen wir aber zum Beispiel auf Ausbildungsmessen immer wieder fest, dass vielen die neu geschaffenen Ausbildungsmöglichkeiten beim Amtsgericht Nienburg noch nicht bekannt sind.“

Die Ausbildungsleiterin Marlies Hagemann freut sich auf ihre neue Aufgabe, junge Leute in das Team des Nienburger Amtsgerichts aufzunehmen und verweist auf die Vielseitigkeit und Attraktivität der Aufgaben: „Justizfachwirte sind die erste Anlaufstelle für das Publikum, quasi das Bindeglied zwischen Bürgern und Justiz, wobei das Einfühlungsvermögen in schwierigen Situationen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.“

www.gerechtigkeit-gemeinsam-gestalten.de.

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Erstellt:
15. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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