Bio-Qualität ist zwar gefragt, macht aber dennoch weiter einen kleinen Anteil bei den Anbietern aus. VRD/AdobeStock

Bio-Qualität ist zwar gefragt, macht aber dennoch weiter einen kleinen Anteil bei den Anbietern aus. VRD/AdobeStock

Landkreis 11.02.2019 Von Nikias Schmidetzki

Bio ist im Landkreis noch eine Nische

Nur wenige Betriebe haben sich auf Öko spezialisiert / Konsumverhalten ändert sich

Bio und regional: Was aktueller Trend ist und an vielen Stellen beworben wird, ist im Landkreis Nienburg noch eine Nische – wenigstens für die Erzeuger. „Wir sprechen hier von einer kognitiven Dissonanz“, sagt Kreislandwirt Tobias Göckeritz. Das soll heißen, wer bei Befragungen angibt, er würde gerne Bio-Produkte kaufen und Erzeugnisse aus der Region, greife beim Einkauf tatsächlich doch viel häufiger zu herkömmlichen und günstigen Lebensmitteln. „Das ist nach wie vor eine Nische im Gegensatz zu den gefühlten Trends“, sagt der Landwirt mit Hof in Sonnenborstel. Von den rund 1400 Betrieben im Landkreis seien rund 30 Bio-Unternehmen.

„Aber auch Spargel ist nur ein Randbereich“, hebt Henrich Meyer zu Vilsendorf, Leiter der Nienburger Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer, hervor. Nur einige Höfe bauten das Gemüse an, nur für wenige Wochen im Jahr habe es Saison. 1,63 Prozent der Anbaufläche (1119 Hektar) machte Spargel 2018 im Landkreis Nienburg aus. Im Vergleich: Weizen machte 18,56 Prozent (12732 Hektar) aus, und Silomais steht mit 23,61 Prozent (16198 Hektar) an der Spitze. Die Vermarktung stimme aber eben. So könne es auch in den Bereichen der ökologischen Landwirtschaft und der Direktvermarktung etwa funktionieren. Und einige heben sich dort auch hervor.

Der ökologische Landbau sei arbeitsintensiver und teurer, dabei spiele auch der Mindestlohn eine Rolle. Daher seien im Handel viele Bio-Produkte aus dem Ausland zu finden, was es heimischen Bauern wiederum schwerer mache. Göckeritz sagt: „Das europäische Ökosiegel ist der Tod für die heimische Landwirtschaft.“

Generell sei ein verändertes Konsumverhalten festzustellen, sagt Göckeritz. Vielfach achteten Käufer auf einen bewussteren und dadurch reduzierten Verzehr von Fleisch sowie auf Produkte, deren Herkunft sie kennen. Zudem würden Konsumenten weniger Schweinefleisch verzehren und mehr auf Rind und Geflügel zurückgreifen. Das hänge seiner Meinung nach auch mit muslimischen Verbrauchern, die wegen ihres Glaubens kein Schwein essen, zusammen.

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Erstellt:
11. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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