29.12.2013

Blänke angelegt, Hecke gepflanzt

Vogelschutzverein Alpeniederung Rodewald will weiteren Artenschwund verhindern

Von Edda Hagebölling

Stöckse. Weil Walter Theye und Peter Radau vor fast 40 Jahren am Rande einer Jagdgenossenschaftsversammlung in Rodewalds unterer Bauernschaft zu der Überzeugung kamen, dass dringend etwas getan werden müsse gegen den Artenschwund in der Tier- und Pflanzenwelt, gründeten „acht naturverbundene Personen“ am 22. März 1975 den Natur- und Vogelschutzverein Alpeniederung Rodewald. Jetzt trafen sich die – nicht minder naturverbundenen – Vereinsmitglieder Renate Brackhahn, Manfred Langrehr und Fritz Beermann mit der HamS, um von den jüngsten Aktivitäten des Vereins zu berichten. Zum einen entstand am Waldrand von Stöckse ein sechs Meter breiter Heckenstreifen. Im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitseinsatzes hatten Vereinsmitglieder an einem Sonnabend im November insgesamt 180 Jungpflanzen gesetzt. Überwiegend Weißdorn, Hundsrose und Hainbuche, aber auch Schlehe, Feldahorn und Hartriegel sowie je fünf Eich- und Vogelbeerbäume. Um die Pflanzen vor dem Verbiss zu schützen, wurde zusätzlich ein stabiler Maschendrahtzaun gezogen.

Das Grundstück am Waldrand befindet sich im Besitz von Fritz Beermann. Zuvor hat es seinen Eltern und davor schon seinen Großeltern gehört. „Das Leben auf einem Bauernhof, auf dem noch naturnah gewirtschaftet wurde, hat mich eindeutig geprägt“, erklärt der Stöckser sein ökologisches Engagement. Zunächst als Agrarökonom tätig, wechselte Beermann vor einigen Jahren in den IT-Bereich. „Seitdem kann ich es mir zum Glück leisten, unsere landwirtschaftlichen Flächen extensiv zu nutzen“, so der Stöckser weiter.

Wieder naturnaher werden soll auch der Kiefernwald, den Beermann unweit der neuen Hecke nach und nach in einen Laubwald umwandelt.

Fachlich betreut wird der Agrarökonom bei dieser Maßnahme von der Landwirtschaftskammer. Die Hecke wurde dagegen mit Mitteln der Stiftung Kulturlandpflege aus Hannover gefördert. Die Stiftung unterstützt land- und forstwirtschaftliche Eigentümer bei freiwilligen Naturschutzmaßnahmen.

„Mit Fritz Beermann hoffen alle, dass die Hecke die Lebensbedingungen für die Kleintier- und besonders die Vogelwelt deutlich verbessert. Insbesondere für den vor Ort bereits gesichteten Neuntöter dürfte ein gut geeigneter Lebensraum entstehen“, heißt es unter anderem auf der Homepage des Vereins.

Den Neuntöter, aber auch noch unzählige weitere Tiere hat Fritz Beermann bei einem weiteren Projekt vor Augen, das ebenfalls mithilfe des Vogelschutzvereins Alpeniederung realisiert wurde: an einem weiteren Sonnabend im November hatte der Stöckser auf einem an den Führser Mühlbach angrenzenden Grundstück eine Blänke ausheben lassen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Blänke, die bereits 2011 entstand und mittlerweile zu einem Paradies für Libellen, Frösche und andere Wassertiere geworden ist.

Laut Wikipedia sind Blänken „flache natürliche Wasseransammlungen (Tümpel) mit periodisch wechselndem Wasserstand“. Umgeben ist die Blänke von zahlreichen Greifvogelsitzen. Und einer Fuchstreppe.

www.vogelschutzverein-alpeniederung.de.

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Erstellt:
29. Dezember 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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