Stefan Schwiersch DH

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Kolumnen 21.05.2017 Von Stefan Schwiersch

Bleiben Sie lernfähig!

Guten Tag

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, heißt es im Volksmund. Aber ist es wirklich so, dass die Lernfähigkeit im Alter nachlässt? Zwei australische Wissenschaftler haben diese These mit einem Mäuse-Experiment zu ergründen versucht. Sie setzten junge und alte Mäuse in eine Kammer und trainierten sie darauf, mit der Nase zwei Hebel zu drücken, einen für normale und einen für gesüßte Leckerlis. Anschließend zogen die Mäuse eine Stunde um in eine Box mit unbegrenztem Zugang zu normalen Pellets.

Dann ging es wieder zurück in die ursprüngliche Kammer, wo sie wählen konnten. Und da sowohl die jungen als auch die alten Mäuse der normalen Pellets überdrüssig waren, knabberten sie nun die gesüßten. Nun kommen wir zum Ergebnis des Experiments: Die Wissenschaftler vertauschten dann die Hebel der beiden Futtertypen. Junge Mäuse kapierten das recht schnell, aber die alten drückten verwirrt beide Hebel gleich häufig.

Ob diese Studie repräsentativ ist und zudem auch für Menschen gilt, lassen wir mal dahingestellt. Und doch verhärtet sich ja ab einem bestimmten Alter bei vielen Menschen der Eindruck, dass gewisse Entwicklungen sie überfordern. Meine liebe Schwiegermutter ist da anders, die schreckt vor nichts und niemandem zurück. Vor einiger Zeit ist sie vom Standard-Handy auf Smartphone umgestiegen und seitdem weltgrößter Fan des Nachrichtendienstes Whatsapp. Auch ihrem Gatten besorgte sie anschließend ein Smartphone, beauftragte mich mit der Vorinstallation der wichtigsten Apps und stellte anschließend mit dem Hauch einer angedrohten Herabstufung in der Erbfolge fest, dass die Emojis nicht zur Verfügung stehen würden.

Sie sehen: Lernfähigkeit ist vielleicht doch keine Frage des Alters und beginnt oftmals im Kleinen. Als lebenslanger Fußballer habe ich beispielsweise jüngst von den Handballern gelernt. Die Jungs vom [DATENBANK=1120]SV Aue Liebenau[/DATENBANK] beispielsweise tragen ihre Sporttaschen längst nicht mehr mit sich herum. Die nutzen Sporttaschen-Trolleys, weil Ziehen spürbar einfacher ist als Schleppen. Wie genial! Also besorgte ich mir neulich ebenfalls einen Taschentrolley größeren Ausmaßes und fragte mich, warum ich mir tatsächlich knapp 40 Jahre lang diese unhandlichen Taschen über die Schultern geworfen habe.

Meine Teamgefährten haben mich anfangs konsequent belächelt für mein neues Equipment und ich kann gar nicht sagen, wie oft ich diese Frage gehört habe: „Wann geht denn dein Flieger?“ Einfach lernunfähig, diese alten Säcke …

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Erstellt:
21. Mai 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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