Marion Blumenthal-Lazan  beim Festakt in der nach ihr benannten Schule.

Marion Blumenthal-Lazan beim Festakt in der nach ihr benannten Schule.

02.11.2014

Blumenthal wird Ehrenbürgerin

Festakt findet am 10. November um 19 Uhr im Kulturzentrum Martinskirche Hoya statt

Von Horst Achtermann

Hoya. Einstimmig hat am 17. Juni 2014 der Rat der Stadt Hoya den Antrag der Interessengemeinschaft Synagoge im Heimatmuseum Hoya, Marion Blumenthal-Lazan für ihr persönliches Engagement die Ehrenbürgerschaft der Stadt Hoya anzutragen, beschlossen. „Wir sind dankbar, dass die IG Synagoge den Antrag gestellt hat, Marion Blumenthal-Lazan zu ihrem 80. Geburtstag die Ehrenbürgerrechte der Stadt Hoya zu verleihen“, betonte Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner in einem Pressegespräch im Vorfeld dieses für die Stadt Hoya besonderen Tages. Der Festakt zur Verleihung der Ehrenbürgerrechte findet am 10. November um 19 Uhr im Kulturzentrum Martinskirche statt. „Das wollen wir in aller Öffentlichkeit deutlich machen, deswegen eine offene Veranstaltung“, unterstreicht Stadtdirektor Detlef Meyer. Heike Huth, Vertreterin der IG Synagoge ist dem Stadtrat dankbar, „dass unser Antrag vom 7. April einstimmig angenommen wurde“. Wer ist nun diese Frau, die im Alter von vier Jahren mit ihren Eltern das Haus in der Langen Straße 10 in Hoya verlassen musste. Auf den vier Stolpersteinen vor dem Haus stehen die Namen von Max und Zerline Blumenthal (Großeltern) sowie Walter und Ruth Blumenthal (Eltern von Marion).

Über das Internierungslager Westerbork in Holland führt der Weg ihrer Familie nach Bergen-Belsen. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Familie Blumenthal in einem der „Todeszüge“ in Richtung Osten transportiert und schließlich befreit, erinnert Heike Huth. Hans und Heike Huth waren es auch, die 1990 die Verbindung mit Familie Blumenthal in Amerika aufnahmen.

Zum 50-jährigen Gedenken an Bergen-Belsen besuchte Marion Blumenthal „die kleine Stadt in der Nähe von Hannover“, wie sie oft in ihren Vorträgen ihre Heimatstadt nennt, zum ersten Mal. Auch in Besuchen danach betont Marion Blumenthal-Lazan: „Die Erinnerungen sind schwer, zu wissen, dass wir hier gewohnt haben“, es habe lange gedauert, aber wir fühlen uns jetzt wohler. „Tausendmal Danke, dass wir Heike und Hans Huth als wunderbare Freunde haben. Euch allein danken wir, dass wir den Weg nach Hoya zurückgefunden haben“.

Seit dem 11. November 2010 heißt die Hauptschule in Hoya „Marion-Blumenthal-Hauptschule“. Nach Überreichung der Urkunde bedankte sich Marion Blumenthal-Lazan (auf dem Foto mit dem damaligen Landrat Heinrich Eggers und Schulleiterin Reiche) seinerzeit „für diese außerordentliche Ehre, dieser Schule meinen Namen geben zu dürfen. In einem Land mit so hoher kultureller Bedeutung könne man sich so viele geschehene Grausamkeiten nicht vorstellen“.

Marion Blumenthal-Lazan wirbt in ihren vielen Vorträgen für Toleranz, Respekt und Versöhnung. Verbunden mit der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passiert.

„Mit dieser inneren Stärke, das alles zu verarbeiten, ist Marion Blumenthal-Lazan ein Vorbild für alle Menschen. Mit ihren sehr persönlichen Botschaften trägt sie den Namen Hoya in die Welt. Sie ist eine der letzten Zeitzeugen. Uns allen tutgut, wie sie mit Toleranz und Respekt für die menschlichen Werte einsteht“, unterstreicht Detlef Meyer.

Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde durch Claudia Rinaldi am Flügel und Klara Loevincz am Cello. Marion Blumenthal-Lazan bleibt nach der Ehrung noch eine Woche. Am Dienstag 11. November, 10 Uhr, und am Freitag 14. November, um 9 Uhr spricht sie in der Aula des Schulzentrums.

Weitere Informationen darüber erteilt das Ehepaar Huth unter Telefon 0 42 51/26 15.

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Erstellt:
2. November 2014, 00:00 Uhr
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