Auch der Grüne Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020, ist gefährdet. Foto: BUND/Dallmeyer

Auch der Grüne Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020, ist gefährdet. Foto: BUND/Dallmeyer

Nienburg 24.05.2020 Von Die Harke

Blumenwiesen und Naturwälder gesucht

BUND: Der Grüne Zipfelfalter ist Schmetterling des Jahres

Der auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten stehende Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi) wurde von der Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Schmetterling des Jahres 2020 gekürt. Der Bestand des kleinen grünschimmernden Falters geht an vielen Stellen in Deutschland deutlich zurück.

„In Niedersachsen ist der Grüne Zipfelfalter nach der Roten Liste von 2004 zwar noch nicht als gefährdet eingestuft“, weiß BUND-Schmetterlingsexperte Erk Dallmeyer. „Dennoch gehen auch hierzulande seine Bestände vor allem aufgrund der veränderten Waldwirtschaft immer weiter zurück.“ Das Artensterben betrifft somit auch den Grünen Zipfelfalter. Dies ist umso bedenklicher, da diese Art keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum stellt und sich von vielen unterschiedlichen Pflanzen ernähren kann. So fressen die Raupen Blüten, Blätter und unreife Früchte von vielen verschiedenen Pflanzenarten, zum Beispiel Ginster, Faulbaum, Heidekrautgewächse oder Sonnenröschen. Auch die ausgewachsenen Schmetterlinge saugen Nektar an unterschiedlichen Blüten wie Hahnenfuß, Klee, Weißdorn oder Hartriegel.

Der Grüne Zipfelfalter lebt auf strukturreichen offenen und halboffenen Standorten wie lichten Wäldern, Gebüschen, mageren Wiesen, Mooren und Heiden. Viele solcher Kulturlandschaften werden heutzutage nicht mehr bewirtschaftet und wachsen zu. Aber auch wenn Flächen intensiver landwirtschaftlich genutzt und gedüngt oder aber aufgeforstet werden, geht Lebensraum für diesen Falter verloren. „Um Schmetterlinge wie den Grünen Zipfelfalter vor dem Aussterben zu bewahren, müssen wir unsere Landwirtschaft großflächig auf eine extensive Bewirtschaftung umstellen. Unsere Wälder müssen strukturreicher und lichter werden“, fordert Dallmeyer.

Der Grüne Zipfelfalter ist teilweise bis Anfang Juli zu sehen. Er ist anhand seiner leuchtend grünen Flügelunterseiten eindeutig zu erkennen. Da er die Flügel beim Sitzen fast immer zusammenklappt, ist er zwischen den Blättern gut getarnt. Die braunen Flügeloberseiten sind so gut wie nie zu sehen. Der Schmetterling hat eine Flügelspannweite von etwa 25 Millimetern und gehört damit zu den kleinen Faltern. Seine Verbreitung erstreckt sich von Nordafrika über ganz Europa bis nach Sibirien.

Die Weibchen legen die grünlichen Eier in der Nähe der Blütenknospen der Nahrungspflanzen ab. Auch die Raupen, die aus den Eiern schlüpfen, sind grün gefärbt. Die Überwinterung erfolgt als braune Puppe am Erdboden. Bei Störungen können die Puppen zirpende Geräusche machen.

Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.

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Erstellt:
24. Mai 2020, 06:45 Uhr
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