Das mobile Bohrgerät des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. LBEG

Das mobile Bohrgerät des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie. LBEG

Dedendorf 20.03.2018 Von Die Harke

Bohrungen bei Dedendorf

Bohrkampagne gestartet: Landesamt untersucht Flussablagerungen der Weser

Wie sind die geologischen Schichten im Gebiet der mittleren Weser aufgebaut? Wie sieht ihre Verbreitung aus? Zur Klärung dieser Fragen untersucht das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als Staatlicher Geologischer Dienst von Niedersachsen bereits seit 2016 Flussablagerungen im Gebiet der mittleren Weser. In diesem Jahr werden die Arbeiten nach Angaben des LBEG fortgesetzt. Es sind über das Jahr verteilt mehrere wöchentliche Bohrkampagnen in wechselnden Gebieten der mittleren Weser, südlich von Hoya geplant.

Die erste Bohrkampagne des Jahres ist jetzt bei Dedendorf gestartet worden. Insgesamt werden sich die Geländearbeiten bis in den Spätherbst hinein schrittweise von den Gemeinden Bücken, Balge und Haßbergen im Norden bis nach Stolzenau und Landesbergen im Süden verschieben.

Die Arbeiten sind in jeweils ein- bis dreiwöchige Zeitblöcke geteilt. Durch diese Aufsplittung der Arbeiten werden nach Behördenangaben Belange des Naturschutzes (zum Beispiel Brutzeiten, Überschwemmungen), witterungsbedingte Einflüsse oder Zeiten intensiver landwirtschaftlicher Nutzung berücksichtigt.

Die in diesem Gebiet geplanten Bohrungen erreichen Tiefen von etwa 20 bis maximal 100 Meter, um die aus Lockersedimenten aufgebaute Schichtenfolge des Quartärs (Eiszeitalter und gegenwärtige nacheiszeitliche Warmzeit) bis zur Quartärbasis zu erkunden. „Das LBEG setzt bei seinen Bohrkampagnen ein Trockenbohrverfahren ein, bei dem das Bohrgut ausschließlich auf mechanischem Weg an die Oberfläche gefördert wird. Im Bohrprozess werden keine Flüssigkeiten oder chemischen Zusätze verwendet“, heißt es weiter.

Die Ergebnisse der Bohrungen liefern neben Informationen über den Aufbau und die Materialzusammensetzung der geologischen Schichten wertvolle Informationen zur Entstehungsgeschichte des Wesertales.

„Bei diesem Bohrprogramm handelt es sich um kontinuierliche Arbeiten der geologischen Landesaufnahme, wie sie flächendeckend in ganz Niedersachsen durchgeführt werden. Gesammelt werden geologische Grundlagendaten. Die Ergebnisse dienen der Klärung von geowissenschaftlichen Fragestellungen, der Erfüllung der Beratungsaufgaben des LBEG sowie generell dem Verständnis der Geologie von Niedersachsen.

Sie sind von Bedeutung für die Landesplanung, den Nachweis von Rohstoffen sowie für den Landschafts- und Naturschutz. Die Bohrarbeiten stehen nicht in Verbindung mit den Themen Fracking, CO2-Speicherung und Endlagerung radioaktiver Abfälle“, heißt es weiter. Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Arbeiten in die Bohrdatenbank Niedersachsen eingestellt. Sie sind anschließend über den Kartenserver auf der Internetseite des LBEG für jedermann einsehbar.

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Erstellt:
20. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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