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Rubrik: Boulevard

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London

Viele Gewinner und wenig Spektakel bei den 39. Brit Awards

Pink sorgt bei den Brit Awards für Stimmung. Foto:...Pink sorgt bei den Brit Awards für Stimmung. Foto: Victoria Jones/PA Wire
Pink sorgt bei den Brit Awards für Stimmung. Foto: Victoria Jones/PA Wire
Pink sorgt bei den Brit Awards für Stimmung. Foto: Victoria Jones/PA Wire

Wenig Spektakel und verhaltene Stimmung - so lassen sich die Brit Awards 2019 zusammenfassen, die am Mittwochabend in London vergeben wurden.

Schauspieler Hugh Jackman eröffnete die renommierte Preisverleihung mit dem Filmsong «The Greatest Show», doch das blieb ein leeres Versprechen. Der Sänger und Songwriter George Ezra («Budapest»), Newcomerin Jorja Smith («Don't Watch Me Cry»), DJ Calvin Harris («Promises») und die Popband The 1975 («Somebody Else») waren die Gewinner an einem Abend, der erst in Fahrt kam, als er fast vorbei war.
Drei der wichtigsten Preise wurden gleich zu Beginn vergeben. «Das ist eine unglaubliche Ehre», sagte Ezra, der als bester Künstler ausgezeichnet wurde. Es war der erste Brit Award für den 25-Jährigen. «Das ist das Sahnehäubchen», schwärmte er. Den Preis als beste Künstlerin bekam die Soulsängerin und Songwriterin Smith, die auch für den Nachwuchs-Brit nominiert war, in Großbritannien aber längst ein Topstar ist. Ihr verschlug es fast die Sprache. «Das ist für uns alle, für all die kleinen Mädchen», stammelte die 21-Jährige, die mit ihrer beeindruckenden Stimme Superstar Adele Konkurrenz macht.
The 1975 durften sich über die Preise als beste nationale Band und für das beste Album («A Brief Inquiry Into Online Relationships») freuen. Zwei Brit Awards nahm auch der schottische Star-DJ Calvin Harris mit nach Hause. Harris, der trotz insgesamt 14 Nominierungen nie einen Preis bekommen hatte, wurde als Produzent des Jahres und - zusammen mit der Londonerin Dua Lipa - für die beste Single («One Kiss») geehrt. Sichtlich erfreut, bedankte er sich auch bei allen, die nur versehentlich ein Lied von ihm im Radio gehört hätten.
Harris präsentierte gemeinsam mit Lipa, Sam Smith und Rag'n'Bone Man ein Medley seiner Hits. Alle drei standen in den letzten beiden Jahren schon mindestens einmal auf der Bühne - genauso wie die Band Little Mix, die in rosafarbenen Lederoutfits ihre Single «Woman Like Me» sang. Der Song erhielt einen Brit Award für das beste Video.
Ezra performte seinen Hit «Shotgun» mit einer Blaskapelle. Jess Glynne schminkte sich bei «Thursday» auf der Bühne ab. «Am Donnerstag trage ich kein Make-up», sang sie, «ich habe genug davon, irgendwas zu verdecken.» Duettpartnerin H.E.R. wollte soweit nicht gehen. Sie ließ ihr Make-up drauf und behielt auch ihre Sonnenbrille auf.
«Absolut unglaublich, einfach verrückt», riefen Präsentatorinnen wie «Game of Thrones»-Star Natalie Dorner oder Funk-Legende Nile Rodgers von der Bühne. Manchmal wirkte es fast, als hätten die Veranstalter sie damit beauftragt, die Show abzufeiern. Doch das Publikum in der nicht mal komplett gefüllten o2-Arena, das wie immer zu einem großen Anteil aus Stars und Geschäftsleuten der Musikindustrie bestand, ließ sich davon nicht anstecken. Der Abend sei «auffällig unauffällig» gewesen, resümierte die Zeitung «The Independent» treffend.
Immerhin brachte Moderator Jack Whitehall mit seinem trockenen Humor und zynischen Sprüchen so manchen Star in Verlegenheit. Er witzelte, dass sich Girlbands schneller auflösen würden, als Prinz Philip einen Autounfall auf dem Land verursachen könnte, und stichelte gegen die internationalen Stars. «Keiner von ihnen hielt es für nötig vorbeizukommen», sagte Whitehall. Ariana Grande und Drake schickten belanglose Videobotschaften. Sängerin Beyoncé und Ehemann Jay-Z alias The Carters, die den Preis als beste Gruppe erhielten, schickten einen kuriosen Clip, in dem sie sich vor einem Gemälde bedankten, auf dem Herzogin Meghan mit einer Krone zu sehen war.
Erst zum Abschluss der Brit Awards, bei denen erst zum zweiten Mal mehr Frauen als Männer nominiert waren, kam endlich echte Stimmung in der Halle auf. US-Sängerin Pink («What About Us»), die als erste Nicht-Britin den Ehrenpreis (Outstanding Contribution to Music) erhielt, sorgte für ein bisschen Spektakel. Sie begeisterte das Publikum mit einem mehr als zehnminütigen, mitreißenden Auftritt und bekam am Ende Ovationen.


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