Mitglieder der Initiative hatten sich Sonntagmorgen vor dem „Wittloge Range“-Schießstand versammelt, um für Lärmschutz zu sensibilisieren. Fotos: Reckleben-Meyer

Mitglieder der Initiative hatten sich Sonntagmorgen vor dem „Wittloge Range“-Schießstand versammelt, um für Lärmschutz zu sensibilisieren. Fotos: Reckleben-Meyer

Diepenau/Hille 09.03.2020 Von Heidi Reckleben-Meyer

Bratwürstchen als Widerstand gegen Lärm

Die Initiative „Kein Kriegslärm in Hille“ hatte eingeladen

Wer im Bereich Diepenau, Tonnenheide und Schmalge wohnt, lebt auf den ersten Blick ländlich und idyllisch. Doch diese Idylle wird seit geraumer Zeit gestört.

Das an der Landesstraße 770 gelegene Areal „Wickriede“ mit einer Ausdehnung von rund 150 Hektar beherbergt zum einen den vom Mindener Panzerpionierbataillon genutzten Truppenübungsplatz, hält für die Bückeburger Heeresflieger Übungsmöglichkeiten für Hubschrauberflüge und -landungen bereit – und soll erweitert werden.

Zum anderen ist dort auch der „Wittloge Range“-Schießstand zu finden. Und auch der soll nach dem Willen der Kreisjägerschaft noch um einen Tontauben-Schießstand erweiterte werden. Deshalb hatte sich die Initiative „Kein Kriegslärm in Hille“ am Sonntagmorgen vor dem Schießstand „Wittloge Range“ getroffen.

Initiative fürchtet vielerelei Einbußen

„Am Sonntagmorgen ist immer ein Übungsschießen der Jäger und so nutzen wir diese Aktion, um auf unser Anliegen direkt aufmerksam zu machen“, schilderte Hans-Jürgen Fink aus Sicht der Initiative. In der sind betroffene Bürgerinnen und Bürger auch aus der Samtgemeinde Uchte engagiert.

„Wir fürchten um unsere Lebensqualität, den Natur- und Artenschutz und nicht zuletzt auch um die Werterhaltung unserer Immobilien und Grundstücke aufgrund des mit der verstärkten Nutzung des Standortübungsplatzes einhergehenden Lärmbelästigung, weiteren Emissionen sowie dem ansteigenden Verkehrsaufkommen durch Militärfahrzeuge“, ist auch auf der Homepage der Initiative zu erfahren.

Mit Großplakaten soll das Thema in den Vordergrund gebracht werden.

Mit Großplakaten soll das Thema in den Vordergrund gebracht werden.

Die Initiative hatte eine Aktion für Sonntagmorgen ab 8 Uhr angemeldet, und zwei Polizeibeamte aus Minden waren mit zwei Einsatzfahrzeugen ebenfalls vor Ort.

Auch wenn die Mitglieder der Initiative für Sonntagmorgen auf ein „Widerstandsbratwürstchen“ vor der „Wittloge Range“ eingeladen hatten, gehe es nicht darum, auf Konfrontation mit den Jägern zu gehen, so Hans-Jürgen Fink.

So hatten Mitglieder der Initiative am Sonntag ein längeres Gespräch mit einigen Jägern geführt, und reichten den ankommenden Autofahrern, die am Sonntagmorgen auf den Schießstand einbogen, kleine Flyer, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Es geht uns in erster Linie darum, die Mitglieder der Kreisjägerschaft für unser Anliegen zu sensibilisieren.“

Es gehe auch nicht darum, gegen die Jäger zu agieren. Aber: „Unter dem Deckmantel, dass Jäger regelmäßige Schießnachweise erbringen müssen, reisen zur Wittloge Range Sportschützen auch aus den Niederlanden oder aus Belgien an“, machte Fink deutlich. Mit Hege, Pflege und Schusssicherheit habe dieser „Jagdtourismus“, der so entstehe, nichts mehr zu tun.

Die Mitglieder der Initiative fordern zum einen mehr Schallschutz auf den Langbahnen. Diese seien nicht nur sehr selten, sondern auch ausgesprochen beliebt. Sie fordern weiter den Verzicht auf den Bau des Tontaubenschießstandes und die Verwendung von Schalldämpfern. Ein Lärmschutzkonzept wäre ein guter Anfang, heißt es von der Initiative, die Großplakate aufgestellt hat, auf denen neben „Sonntag ist in Hille Ruhetag“, „Kein Kriegslärm in Hille“ oder auch „Kein Jagdtourismus in Hille“ zu lesen ist.

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Erstellt:
9. März 2020, 21:46 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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