Die Studenten bei Statkraft in Landesbergen. WIN

Die Studenten bei Statkraft in Landesbergen. WIN

Nienburg 09.06.2017 Von Die Harke

Braucht die Welt bald noch Motoren?

Studierende aus Göttingen auf Energie-Exkursion im Landkreis Nienburg

Im Bereich der Erneuerbaren Energien bietet der Landkreis Nienburg eine besonders innovative und vielfältige Unternehmenslandschaft, heißt es in einer Pressemitteilung der Wirtschaftsförderung im Landkreis. Grund genug für eine Studentengruppe des Masterstudiengangs „Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien“ der HAWK Göttingen, eine eintägige Exkursion in den Landkreis zu unternehmen. Organisiert durch die [DATENBANK=1073]Wirtschaftsförderung im Landkreis Nienburg/Weser GmbH[/DATENBANK] konnten die Göttinger Studierenden unter der Führung von Prof. Dr. -Ing. Achim Loewen die Firmen Frerk Aggregatebau GmbH, das Statkraft-Gaskraftwerk „Robert Frank“ und die Raiffeisen Agil Leese eG besuchen. Erste Station des Tages war die Frerk Aggregatebau GmbH in Schweringen. Geschäftsführer Benedikt Buxtorf und Vertriebsleiter Carsten Schmädeke freuten sich über das Interesse der Studierenden und nahmen sich viel Zeit. Das Unternehmen produziert keine Standard Stromaggregate, sondern arbeitet nur individuell im Kundenauftrag – vom BHKW über klassische Notstromaggregate bis hin zu autarken Insellösungen wie beispielsweise der Stromversorgung für Ölfeldbohranlagen.

Benedikt Buxtorf stellt sich die Frage, ob die Welt in zehn bis 20 Jahren noch Motoren braucht und war neugierig auf die Sicht der Studierenden. Schon heute entwickelt das Unternehmen Lösungen für die Energie von morgen und möchte so die Energiewende begleiten. Hierzu zählen sowohl Anlagen zur Bereitstellung von Regelenergie zur Spitzenlastabdeckung als auch Hybrid-Stromerzeugungsanlagen als Insellösung für abgelegene Regionen mit Integration von erneuerbaren Energien.

Um Anlagen in weitaus größerer Dimension ging es hinterher bei der Statkraft Markets GmbH. Der Statkraft Konzern setzt bei der Stromerzeugung zu 98 Prozent auf Erneuerbare Energien. Marko Tarrach informierte über die Geschichte, die zum Einsatz kommende Technik und den Betrieb des am Standort Landesbergen ansässigen Biomassekraftwerks. Von den Dimensionen der Anlage zeigte sich die Besuchergruppe während des darauffolgenden Rundgangs sehr beeindruckt. „Es ist etwas anderes, wenn man die Größe solcher Kraftwerke und die zum Einsatz kommenden Maschinen mit eigenen Augen sehen kann“, lautete das eindeutige Feedback der Studierenden.

Die letzte Station der Exkursion bildete der Besuch bei der Raiffeisen Agil Leese eG im Bioenergiepark Oehmer Feld. Geschäftsführerin Britta Ronnenberg erläuterte, wie sich die im Jahr 1920 von einigen wenigen Landwirten aus Leese gegründete Genossenschaft sukzessive zu einer Genossenschaft mit über 180 Mitgliedern und rund 220 Mitarbeitern entwickelte, und welche Rolle das Thema „Energie aus Biomasse“ dabei spielte und heute noch spielt. So bezieht das Unternehmen Energie von einer Biogasanlage und einer Holzhackschnitzelheizung, die sich auf dem Gelände des Bioenergieparks Oehmer Feld befinden und zählt mittlerweile zu den größten Lieferanten für Holzpellets in Norddeutschland.

Die angehenden Fachleute waren beeindruckt von der Vielzahl der Aktiväten und Beteiligungen des Unternehmens und haben nebenbei vieles über den genossenschaftlichen Ansatz der Raiffeisen Agil Leese eG erfahren, die ihre Projektauswahl nicht ausschließlich an wirtschaftlichen Erfolgsaussichten orientiert, sondern auch Wert auf die Sicherstellung der Versorgung der Menschen vor Ort und ein genossenschaftliches Miteinander legt.

Nach der gelungenen Rundtour durch den Landkreis ging es für die Studierenden wieder in Richtung Göttingen – versorgt mit vielen neuen Eindrücken aus der beruflichen Praxis mit den „Erneuerbaren“ und vielleicht auch mit einer Idee für die eigene berufliche Zukunft.

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Erstellt:
9. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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