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Rubrik: Brennpunkte

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München

Drogenfahnder stolz: Riesen-Kokainfund in Bananenkisten

Schwer bewaffnete und vermummte Polizeibeamte bewachen im bayerischen Landeskriminalamt etwa 640 Kilo Kokain, Waffen und Bargeld. Foto: Peter Kneffel
Schwer bewaffnete und vermummte Polizeibeamte bewachen im bayerischen Landeskriminalamt etwa 640 Kilo Kokain, Waffen und Bargeld. Foto: Peter Kneffel

Dutzende braune Pakete liegen aufgestapelt auf einem Tisch, gesichert werden sie von schwer bewaffneten Polizisten. Daneben stehen Bananenkisten, gefüllt mit weiteren braunen Paketen. Der Inhalt, nahezu reines Kokain, ist viele Millionen Euro wert.

Ungefähr 640 Kilogramm des Rauschgifts bauten die Ermittler im bayerischen Landeskriminalamt (LKA) auf. Sogar frische Bananen gehörten zur Dekoration - sie sollten für ein passendes Bild sorgen. Die Behörden sind stolz. LKA-Chef Robert Heimberger spricht von der spektakulärsten Sicherstellung in der Geschichte seines Amts.
Jörg Beyser, Leiter des Rauschgiftdezernats im LKA, erklärt, wie seine Leute dem Kokain und den Tätern auf die Spur kamen: Den Stein ins Rollen brachten im Herbst Anrufe von Supermarktmitarbeitern bei der Polizei. An einem Tag im September fand sie in zehn bayerischen Supermärkten braune Päckchen, versteckt in Bananenkisten. Die Pakete wogen zusammen 180 Kilogramm, auf dem Schwarzmarkt wäre der Stoff etwa zehn Millionen Euro wert gewesen.
Eine Ermittlungsgruppe fand heraus, dass das Rauschgift aus Ecuador stammte, dort wurde es in den Bananenkisten versteckt. Mit einem Containerschiff wurde die Ware nach Hamburg transportiert. Von dort aus wurden die Kisten in spezielle Hallen in ganz Deutschland gebracht. In diesen wird ein spezielles Gas verströmt, das die noch grünen Bananen nachreifen lässt.
Eine Bande wusste, in welchen Reifehallen die Kisten mit dem brisanten Inhalt lagerten: In Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und im Saarland. Zwischen Juli 2017 und April brach sie immer wieder in die Lager einer Importfirma ein und holte sich Päckchen mit dem Stoff. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Kriminellen so etwa 950 Kilogramm Kokain stahlen. Sie gehen auch davon aus, dass den Tätern ein folgenschwerer Fehler unterlief, als plötzlich in den Supermärkten die Päckchen auftauchten.
Die Rauschgiftfahnder werteten Videos aus Überwachungskameras einer Reifungshalle aus. Darauf erkannten sie mehrere bewaffnete Täter. Ende April ließen sie eine Bananenhalle in Hamburg von schwer bewaffneten Spezialeinsatzkräften umstellen, hier nahmen Polizisten mehrere Tatverdächtige fest.
In derselben Nacht durchsuchen Spezialeinheiten Wohnungen von Verdächtigen in Hamburg und Hannover. Einige Tage später nahmen die Beamten weitere Verdächtige fest, am Ende sind es zwölf Männer im Alter zwischen 21 und 51 Jahren. Sie sitzen in Untersuchungshaft.
Knapp eine Tonne Kokain haben die Ermittler sichergestellt. Um fast 1,8 Tonnen der Droge geht es insgesamt. Auf dem Schwarzmarkt hätte es einen Wert von ungefähr 400 Millionen Euro gehabt.

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