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Rubrik: Brennpunkte

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Berlin

CDU und SPD warten nach Gesprächsangebot auf Rezos Antwort

«Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie ...«Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie auch die Art, wie heute kommuniziert wird, digital und über soziale Medien, für die Politik nutzen können und müssen», sagt Maas. Foto: Fabian Sommer
«Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie auch die Art, wie heute kommuniziert wird, digital und über soziale Me...
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«Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie auch die Art, wie heute kommuniziert wird, digital und über soziale Medien, für die Politik nutzen können und müssen», sagt Maas. Foto: Fabian Sommer
«Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie auch die Art, wie heute kommuniziert wird, digital und über soziale Medien, für die Politik nutzen können und müssen», sagt Maas. Foto: Fabian Sommer

Nach der scharfen Kritik aus der Youtuber-Szene warten CDU und SPD weiter auf eine Antwort des 26 Jahre alten Youtubers Rezo auf ihre Gesprächsangebote. Es habe bislang keine Antwort auf die Einladung zu einem Meinungsaustausch gegeben, hieß es am Samstag aus der CDU.

Aus der SPD war zu hören, es habe noch keine offizielle Rückmeldung auf ein entsprechendes Video von Generalsekretär Lars Klingbeil und anderen SPD-Politikern von Freitag gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) plädierte dafür, Politik stärker über soziale Medien zu kommunizieren.
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte Rezo am Donnerstag nach ersten abweisenden Reaktionen zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Auch die SPD reagierte auf die Kritik aus der Youtuber-Szene mit einem Gesprächsangebot. Dazu veröffentlichten Klingbeil, Juso-Chef Kevin Kühnert und der Europaabgeordnete Tiemo Wölken ein eigenes Video auf Youtube.
Am Freitag war nach dem ersten Anti-CDU-Video auf dem Youtube-Kanal Rezos ein knapp dreiminütiges neues Video verbreitet worden. Darin wird massive Kritik an der Klimapolitik der Regierung geübt und dazu aufgerufen, CDU, CSU, SPD und AfD nicht zu wählen. Angehängt ist eine Liste mit mehr als 70 Unterzeichnern, darunter einige der reichweitenstärksten Youtuber. Rezos Anti-CDU-Video verzeichnete am Samstag mehr als 9,4 Millionen Klicks. Das am Freitag veröffentlichte «Statement» der Youtuber kam auf mehr als 2 Millionen Klicks.
Maas sagte «t-online.de»: «Viele von uns haben noch nicht erkannt, dass sie auch die Art, wie heute kommuniziert wird, digital und über soziale Medien, für die Politik nutzen können und müssen.» Politiker seien manchmal zu selbstfixiert. «Für das, was wir tun, sollten wir immer auch um gesellschaftliche Akzeptanz werben. Dafür müssen wir offener und moderner kommunizieren.» Maas ergänzte: «Auch wenn wir nicht alle Argumente teilen: Der größte Fehler ist, Youtuber oder auch die Fridays-for-Future-Demonstranten pauschal zu verunglimpfen oder ihnen das Recht abzusprechen, sich einzubringen.»
Klingbeil begrüßte die Kritik der Youtuber vor allem an der Klimapolitik von Union und SPD im Grundsatz als deutliches Signal. «Es ist gut, dass sich die junge Generation einmischt und ihre Stimme erhebt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Ja, wir müssen in Sachen Klimaschutz schneller werden.» Wichtig sei aber auch, Klimaschutz sozial verträglich zu gestalten. Schnell kommen müsse das geplante Klimaschutzgesetz. «Da haben wir erhebliche Konflikte mit CDU und CSU, die auf der Bremse stehen.»
Nach Ansicht von Linke-Chef Bernd Riexinger hat Rezo mit seiner Kritik an der CDU recht. «Ich bin absolut begeistert. Man spricht ja immer davon, die Jugend wäre unpolitisch. Ich sehe das gar nicht», sagte er der dpa am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin. Dass sich Millionen Leute ein solches einstündiges, hochpolitisches Video anschauten, sei wirklich sensationell.
Die Digitalexpertin Marina Weisband erwartet, dass das kritische Polit-Video von Rezo kein Einzelfall bleibt. Sie sehe einen Trend, dass die politische Auseinandersetzung auf neue Kanäle übergehe. «Der Kommunikationsstil der Politik ändert sich, und die Parteien scheinen teilweise nicht bereit zu sein, sich darauf einzulassen», sagte die ehemalige Geschäftsführerin der Piraten-Partei der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Dennoch sieht Weisband klassische Medien weiterhin als bedeutend an: «Soziale Medien und Klassische Medien bilden eine Symbiose.»

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