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Rubrik: Brennpunkte

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Madrid/Rom

Spanien bietet «Open Arms» Balearen als sicheren Hafen an

Verlassenes Schlauchboot im Mittelmeer. Foto: Fabi...Verlassenes Schlauchboot im Mittelmeer. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/Symbol
Verlassenes Schlauchboot im Mittelmeer. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/Symbol
Verlassenes Schlauchboot im Mittelmeer. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/Symbol

Die spanische Regierung hat dem Rettungsschiff «Open Arms» im Ringen um eine Lösung für die 107 Migranten an Bord die Balearischen Inseln als sicheren Hafen angeboten.

«Die spanische Regierung hat der «Open Arms» angeboten, den nächstliegenden spanischen Hafen anzufahren», teilte die Regierung in Madrid am Montag mit.
In Frage kommt dafür neben der Insel Menorca das etwas weiter entfernt liegende Mallorca. Die spanische NGO Proactiva Open Arms erklärte, es sei günstiger, die Migranten nach Spanien zu fliegen, als sie mit dem Schiff dorthin zu bringen.
Die Organisation hatte ein Angebot vom Sonntag, den andalusischen Hafen Algeciras anzusteuern, abgewiesen. Die Lage an Bord sei zu prekär, um weitere fünf Tage auf See zu verbringen. Die «Open Arms» ist seit etwa zweieinhalb Wochen mit Migranten an Bord auf dem Meer blockiert und seit dem vergangenen Donnerstag in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa.
Sie darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Matteo Salvini die Menschen aber dort nicht an Land bringen. Algeciras ist etwa 1800 Kilometer weit weg. Die Balearen liegen mehr als 1000 Kilometer von Lampedusa entfernt.
Proactiva Open Arms forderte, Italien und Spanien müssten bei einer Fahrt nach Spanien «die notwendigen Mittel» zur Verfügung stellen. «Unser Boot liegt nur 800 Meter vor der Küste von Lampedusa, und jetzt wollen die europäischen Staaten, dass eine kleine NGO wie unsere nach 18 Tagen Wartezeit noch einmal (...) drei Tage auf See verbringt, bei schlechten Wetterbedingungen und mit 107 erschöpften Menschen an Bord», schrieb die Organisation. Medien zufolge möchte Proactiva Open Arms, dass die Migranten auf ein anderes, schnelleres Schiff umgeladen werden, um die Überfahrt zu meistern.
Der italienische Sprecher der NGO, Riccardo Gatti, brachte zudem Flugzeuge als Transportmittel ins Gespräch. «Eine Boeing für 200 Menschen zu mieten, würde 240 Euro pro Passagier kosten», sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Lampedusa. Eine Schiffsbegleitung hätte dagegen im ähnlichen Fall der «Aquarius» im vergangenen Jahr 250.000 Euro gekostet.
Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli hatte erklärt, die italienische Küstenwache stehe bereit, die «Open Arms» nach Spanien zu geleiten. «Ich hoffe, dass sich der Kapitän dem nicht widersetzt. Das wäre vollkommen unverständlich», betonte Toninelli.
Die Lage auf der «Open Arms» war am Sonntag eskaliert. Migranten sprangen ins Meer - offenbar um nach Lampedusa zu schwimmen. Helfer brachten sie zurück an Bord. Das spanische Fernsehen zeigte am Montag Bilder der resignierten Menschen. Einige hatten Weinkrämpfe und wurden von Psychologen betreut. Viele Migranten verbringen teils Jahre im Bürgerkriegsland Libyen, wo ihnen schwere Misshandlungen drohen, bevor sie nach Europa übersetzen.
Die EU-Kommission rief am Montag alle Beteiligten dazu auf, eine Lösung zu finden. Das Wichtigste sei, dass die Menschen an Land gehen könnten, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde. Die Kommission sei mit mehreren EU-Staaten in Kontakt, um die anschließende Verteilung der Migranten zu organisieren. Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Portugal, Spanien und Rumänien hatten bereits signalisiert, Menschen aufzunehmen.
Zur Frage, wo die «Open Arms» anlegen sollte, wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Dies gehöre nicht zu den Aufgaben der EU-Kommission. Allerdings begrüßte sie den «guten Willen» Spaniens.
Zugleich bekräftigte die Sprecherin, die EU-Kommission hoffe bei der «Ocean Viking» auf das gleiche Maß an Solidarität wie im Fall der «Open Arms». Das Schiff von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrt mit 356 Migranten zwischen Malta und Italien auf dem Mittelmeer aus. «Fast ein Drittel der Geretteten sind minderjährig, 92 von ihnen sind ohne Eltern oder andere Betreuungspersonen unterwegs», erklärte Ärzte ohne Grenzen. «Für diese Menschen, die auf ihrer Flucht oft Schreckliches erlebt haben, wird das Warten zur erneuten psychischen Höchstbelastung.»

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