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25.05.2018 Von Alan Smithee

Broker und Trader als Traumberufe

Gute Verdienstmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und eine Karriere mit vielen Optionen, weiter aufzusteigen: es ist nicht verwunderlich, dass Trader/Broker für viele ein Traumberuf ist. Für alle Ein- und Quereinsteiger, die über ein Interesse am Finanzmarkt, analytisches Geschick und ein grundlegendes Verständnis von Marktbewegungen verfügen, eröffnen sich hier gute Perspektiven. Wie man einen soliden Einstieg findet und worauf es in dem Beruf wirklich ankommt, können Sie hier erfahren.

Viele Wege führen nach Rom

Wer sich von der Industrie- und Handelskammer Hannover zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen ausbilden lässt, hat eine solide Grundlage für den Einstieg ins Brokergeschäft. Immerhin sind ihm damit Risikoanalysen, Bedarfsermittlungen und kundenorientierte Problemlösungen für private und gewerbliche Risiken ein Begriff. Noch besser ist der Sache lediglich mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover gedient. An sich wird das eigentliche Handwerk des Brokers aber von den Handelshäusern und Banken innerbetrieblich vermittelt. Nachdem die Szene von elektronischen Handelsplattformen beherrscht wird, sind neben Finanzwissenschaftlern ebenso Informatiker willkommene Bewerber. Sollte mit einer Tätigkeit im Ausland geliebäugelt werden, ist solides Englisch ein Muss. Der Broker gilt gemeinhin als Bindeglied zwischen dem Kunden und der Börse oder einem außerbörslichen Handelsplatz. Er zeichnet für die korrekte Ausführung der Wertpapieraufträge verantwortlich, wofür er eine Gebühr, die Courtage, einstreicht. Auch stellt er die Plattform für den Onlinehandel zur Verfügung und kümmert sich um entsprechende Marktanalysen, um den Anlegern bei der Entscheidung für langfristige Veranlagungen oder den kurzfristigen Kauf wie Verkauf von Wertpapieren zur Seite zu treten.

Im Schnitt ist monatlich mit 4.090 bis 4.603 Euro an Einkünften zu rechnen. Zuweilen erfreuen sich Einsteiger aber auch Jahresgehälter in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro. Selbstredend ist alles eine Frage des Arbeitgebers. Die Größe des Unternehmens ist ebenso entscheidend wie das Ausmaß der gehandelten Wertpapiere. Speziell das Handelsvolumen schlägt sich unmittelbar im Verdienst nieder, nachdem das Gehalt zu einem Gutteil von der Provisionshöhe abhängt. An jedem Kauf und Verkauf von Wertpapieren nascht der Broker über eine Gebühr mit.

Ein Beruf mit Perspektive

Natürlich mangelt es nicht an einschlägigen Seminaren und Workshops. So hat BB ASCON® allein in Niedersachsen Repräsentanzen in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Wolfsburg. Angesichts der 30-jährigen Handelserfahrung darf davon ausgegangen werden, dass die Coachs im Daytrading, Swingtrading und in der Kapitalanlage auf Wertpapierbasis zuhause sind. Auch Broker bieten genug Studienmöglichkeiten an. Für die Teilnahme an einer Veranstaltung genügt in der Regel der heimische Bildschirm, während Präsenzveranstaltungen durchaus den Zeitraum von einer Woche überschreiten können und einen mittleren vierstelligen Betrag kosten. Eine überlegenswerte Alternative ist die Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Einerseits wartet die VTAD mit einem 3-stufigen Ausbildungsprogramm auf, andererseits veranstalten die bundesweiten Regionalgruppen monatlich Fachveranstaltungen. Als Arbeitgeber kommen Online-Handelshäuser ebenso infrage wie Direktbanken wie ING-DiBa oder Kreditinstitute wie die Deutsche Bank. Gesetzt den Fall, dass Broker ausschließlich in Niedersachsen in Lohn und Brot stehen wollen, wartet zur Stunde beispielsweise die S Broker AG & Co. KG mit einer Stelle als Vertriebsdirektor im Außendienst, die Continental AG mit einer Position als Community Manager oder die Hannover Rück SE mit der Tätigkeit als Credit Analyst auf.

Das Stichwort schlechthin im Brokergewerbe heißt Zuverlässigkeit. Über sie lässt sich eine Einschätzung über die Güte des Brokers treffen - sowohl auf Kundenseite, als auch, was die Auswahl eines potenziellen zukünftigen Arbeitgebers angeht. So bürgen für Online-Trader etwa Handelsplattformen wie MetaTrader und Webtrader für technische Sicherheit. Sie schließen einen Datendiebstahl faktisch aus, garantieren zugleich aber auch eine schnelle, sichere Ausführung der Trades. Dass sich bei einer solchen Kundenzufriedenheit gute Broker auf dem Markt durchsetzen, versteht sich von selbst. Deshalb ist es ratsam, einen Blick auf die Firmengeschichte zu werfen. Ist der Broker bereits Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte auf dem Markt, kann getrost davon ausgegangen werden, dass alles im grünen Bereich ist. Wer gleichwohl auf Nummer sicher gehen will, durchforstet die einschlägigen Regulierungsbehörden, als da sind NFA, FSA, CySEC, BaFin, CFTC und ASIC. Sie führen über die schwarzen Schafe Buch. Gut möglich, dass sich dafür das Interesse der Trader in Grenzen hält und sie sich mehr für die Vor- und Nachhandelstransparenz interessieren. Aufschluss über die Latenzzeit des Trades und den entsprechenden Liquiditätsprovider zu erhalten kann in der Tat aber auch nicht schaden. Nicht selten erfüllt ein Broker für einen Trader gleichwohl die Auflagen, wenn er mit entsprechenden Boni aufwartet.

Mit CFD-Trading den Lebensunterhalt bestreiten

Sie arbeiten für Banken, Fonds oder auf eigene Rechnung und die Wirrnisse des Alltags können ihnen, wie es scheint nichts anhaben. Zumindest haben Trader in jüngster Vergangenheit den Dax weder die Spannungen zwischen Israel und dem Iran noch die politischen Unsicherheiten in Italien, geschweige denn den drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China spüren lassen. Mittlerweile befindet sich [MELDUNG=540117]der Dax schon 7 Wochen im Aufwind[/MELDUNG] und hält aktuell bei 13 000 Punkten. Gut möglich, dass angesichts dieser erfreulichen Kunde demnächst noch mehr Menschen dem Reiz des Börsenabenteuers erliegen. Eine Studie im Jahr 2015 hat jedenfalls ergeben, dass rund 3600 deutsche Staatsbürger vom CFD-Trading leben können. Das sind beachtliche 8 Prozent der 47 000 Trader im Land. 83 Prozent von ihnen verschlägt es jeden Tag auf den Marktplatz. 3,2 Stunden wird dann täglich gehandelt, mehr als vier Handelstage die Woche sind allerdings nicht drin. Eine einschlägige Ausbildung zum Beruf gibt es nicht, vielmehr führt der Weg zum Erfolg als Daytrader über das Selbststudium. So wenig es einem auch behagen mag, sich als Autodidakt in Szene zu setzen ist unerlässlich. Ganz ohne fremde Hilfe ist ohnehin niemand. Das Studium einschlägiger Lektüre ist die halbe Miete. Sich über die Fundamentalanalyse und die technische Analyse, die Entwicklung von Handelsstrategien, den Ablauf des Börsenhandels und Backtestingmethoden schlauzumachen, ist daher Pflicht. In Fleisch und Blut geht den meisten das Traden freilich erst durch die Praxis über. Demokonten erlauben den risikolosen Test der Theorie. Wird die Übung am Simulator durch kostenpflichtige Software entsprechend unterstützt, kommt die Situation dem Handel mit Echtgeld schon recht nahe.

Schritt für Schritt zum erfolgreichen Trader

Dank Hebelprodukten à la CFDs und Hebelzertifikaten genügt ein minimales Startkapital. Mit 1000 Euro ist bei sinnvollem Risiko- und Moneymanagement durchaus Staat zu machen. Mehr als 4 Stunden sollte der Börsendebütant freilich nicht vor dem Computer sitzen. Dafür ist es an ihm, akribisch über seine Transaktionen Buch zu führen. Das Tradingjournal gilt nicht von ungefähr als Erfolgstipp par excellence. Erfolgreich ist, wer eine Trefferquote von über 50 Prozent erzielt. Im Allgemeinen ist nach 3 bis 4 Monaten ein Anstieg der Trefferquote zu bemerken. Empfehlenswert ist es, sich fürs Erste auf den Forex-Handel zu beschränken. Nachdem die Devisenmärkte rund um die Uhr geöffnet sind, hält sich die Nervosität naturgemäß in Grenzen, sollte die Position über Nacht gehalten werden. Der dornige Weg zum Erfolg ist definitiv nicht jedermanns Sache. Entscheidend ist die Disziplin, aber auch die Emotionslosigkeit, um an der Börse Triumphe feiern zu können. Ist die Emotion mit im Spiel, bleibt die Vernunft oft auf der Strecke. Und mit ihr das ideale Setup. Der Herde zu folgen mag zwar vielfach opportun sein, im Daytrading braucht es aber zwingend die eigene Überzeugung. Weit gefehlt, zu glauben, dass Daytrader täglich stundenlang ihre Nase in Zeitungen stecken. Schließlich treffen sie ihre Börsenentscheidungen weniger aufgrund der Nachrichten, als vielmehr aufgrund der Marktentwicklung. Mithin ist das Screening die Hauptaufgabe des Traders. Er analysiert und beobachtet die Märkte, klopft sie auf geeignete Setups ab und versucht, aus ihnen möglichst viel Kapital zu schlagen. Fündig werden Trader durch Scanner, die laufend gecheckt werden. Die vielversprechenden Kandidaten kommen auf die Beobachtungsliste und werden, falls sie die in sie gesetzten Erwartungen nicht unverzüglich enttäuschen, nahezu den ganzen Tag über im Auge behalten. Passt das Setup, erfolgt der Trade. Bleibt bloß noch zu hoffen, dass er mit einem ansehnlichen Gewinn endet.

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Erstellt:
25. Mai 2018, 12:02 Uhr
Lesedauer:
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