Das Objekt des Monats November aus „Schaumgold“. Foto: Museum

Das Objekt des Monats November aus „Schaumgold“. Foto: Museum

Nienburg 27.10.2020 Von Die Harke

Brosche aus „Schaumgold“

Objekt des Monats November im Museum

Aus weniger mehr machen – das war die Devise bei Schmuck aus sogenanntem Schaumgold. Vor allem in der Zeit des Biedermeiers in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche, sehr aufwendig aussehende Schmuckstücke aus diesem Material hergestellt.

Florale Elemente, Perlendekor und Glasauflagen machten Broschen, Anhänger und Ringe dieser Zeit zum Blickfang. Das besondere Kennzeichen des Schaumgoldes ist allerdings sein leichtes Gewicht und die oft hohle Form.

Für Schaumgold gilt tatsächlich wenig Materialeinsatz bei größtmöglichem Effekt. Für die Fertigung wird in ein Negativ des fertigen Schmuckstücks eine dünne Goldfolie auf ein anderes Material gepresst. Bei Bedarf wurde die Rückseite beispielsweise der Brosche mit einem weiteren Blech, teilweise aus Silber, verschlossen. Die auf diese Weise entstandene Hohlform konnte mit Kitt zum Beschweren aufgefüllt werden.

Schmuck aus Schaumgold wurde fabrikmäßig und in hoher Stückzahl hergestellt. Für die immer gleiche Form standen zahlreiche Negative zur Verfügung. Die Negativformen aus der Sammlung des Museums Nienburg tragen jeweils eine Katalognummer und den Namen F. Wagner bzw. Wagner/Pforzheim. 1849 gründete der Stahlgraveur Ferdinand Wagner sein Unternehmen in Pforzheim und produzierte sogenannte Halbzeuge für die Schmuckin-dustrie. Die Stadt blickt auf eine lange Tradition der Schmuckindustrie zurück. Auch heute noch kommen rund 80 Prozent des aus Deutschland exportierten Schmucks aus Pforzheim. Das Unternehmen Wagner existiert noch heute und fertigt Präzisionsprodukte aus Metall.

Die Objekte des Monats sind während der Öffnungszeiten des Museums im Fresenhof, Leinstraße 48, zu sehen.

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 04:44 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

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