Brudi, ich muss los, wenn die Mädels wieder schrei’n

Brudi, ich muss los, wenn die Mädels wieder schrei’n

„Wie bei Hempels unter‘m Sofa“ bekommt in der Kandidatinnenvilla eine ganz neue Bedeutung. Foto: MG RTL D/TV NOW

Die neue Woche und damit zweite Folge des Bätschis startet mit einem Hörsturz: Denn „OH MEIN GOTT!“ die Mädels haben es geschafft. Sie ziehen endlich in ihre protzige Villa in einem Berliner Vorort ein – in einer Tonhöhe, die vermutlich nicht einmal mehr Delfine wahrnehmen können.

Alles ist so „Oh mein Gott, toll!!!“ und „Oh mein Gott, rosa!!!“, dass man meinen könnte, die Rosendamen wären auf den Herrn Allmächtigen höchstpersönlich getroffen – doch stattdessen sind es Samt, Luxus und Kameras in allen Formen und Farben, die für solch eine überschwängliche Euphorie sorgen. Verständlich, dass für den Bachelor Niko Griesert beim Gruppendate nur noch Freude zweiter Klasse übrig bleibt. Doch dazu später mehr, denn erst gönnt sich der Rosenknabe ein himmelhochjauchzendes Date mit Mimi.

Direkt vom Park Inn am Berliner Alexanderplatz geht es via „Bodyflying“ 150 Meter gen Boden, was Mimi so gar nicht „Oh mein Gott, toll!!!“ findet. Stattdessen kullern die ersten Tränen, denn die Gute hat jetzt „einen Schock für’s Leben“. Erst Deutschland, dann ein alter Partyschuppen für die Nacht der Rosen – und nun das. Doch RTL wäre nicht RTL, wenn die beiden Herzchen sich später nicht doch noch in einen schicken Fummel schmeißen müssten.

Vor Ort gibt’s natürlich: Viel Sekt, viel Gekichere, viel Beleuchtung und viele zweideutige Sprüche. Es geht um die Rosenvergabe. Und dass Mimi bereits mehr, als ihre zwei Augen auf den Bätschi geworfen hat, wird spätestens nach dem Satz „Aber sowas sagst du nur zu mir, hahaha. NUR. ZU. MIR, haha“, gepaart mit einem nervösen Lachen, klar.

Schon in der ersten Folge hat die Herzdame leidenschaftlich gegen eine der Mitstreiterinnen geschossen. Das verspricht interessant zu werden. Nach dem anstrengenden Tag jedenfalls hat sich das Rosentantchen selbiges Gestrüpp verdient – sehr zum Bedauern mancher Konkurrentinnen, denn „Mimi ist cool“.

Am nächsten Tag geht es auf das allererste Gruppendate dieser Staffel – der Sommer soll zurückgeholt werden. In Form von Indoor-Volleyball. Klingt fast so super, wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung. Noch vor der Bekanntgabe der Namen hat Esther (22) aus Hannover Mimis Coolness scheinbar wörtlich genommen: Zum Frühstück futtert sie bereits Eis und hält die nächsten drei Portionen in der Hand, als unter anderem ihr Name fällt. Die Auserwählten stürmen los, müssen duschen, sich fertig machen, ein neues Gesicht aufmalen, als Hannah plötzlich ruft: „Hat jemand meinen Fuß gesehen?“ – Öh, was?

Doch hinter dieser Geschichte steckt tatsächlich etwas tragisches, wie sie während des Gruppendates in einer stillen Minute aufklärt: Mit vier Jahren hat Hannah ihren Fuß nach einem Rasenmäher-Unfall verloren, er musste amputiert werden. Und Niko Griesert reagiert sehr entspannt, spricht ihr ermunternde Worte zu.

Währenddessen gönnen sich die übriggebliebene Lääädies eine Auszeit im Whirlpool – und ich kann nicht anders, als ein Stoßgebet zum Modegott zu senden: Lieber Herr, bitte lass diese schrecklichen Bikiniunterteile, die aussehen wie überdimensionale Schlüppis, gleichzeitig aber bis zu den Mandeln hochgezogen sind, irgendwann wieder im Nirvana verschwinden. Danke. Im Namen aller, wirklich.

Szenenwechsel: „Der Bachelor“ wäre nicht der Bachelor, wenn nicht langsam ein paar peinliche Slo-Mo-Tanzsequenzen anstehen würden. Mit einem weißen Batida-de-Coco-Glas folgt also nun besagte Szene. Man kniet sich in den Sand, lässt die Hula-Ketten fliegen. Und dann ist es so weit: Mit zwei weiteren Mädels möchte Bätschi Niko den Abend verbringen.

Und wer dachte, dass der Gipfel der peinlichen Momente beim Slo-Mo-Tanzen schon erreicht war, wird sich nun über das folgende Date freuen: Ein romantisches Candle-Light Dinner. Zu DRITT. Bei dem die Dritte im Bunde, Michéle, auch noch direkt an der Seite sitzt beim Essen. Jetzt wünscht man sich schon allein vom Zugucken die Wurzelbehandlung.

Während also Nadine (die andere) munter erzählt, hört Michéle (die andere Andere) hauptsächlich zu, bis sich Bätschi entscheidet, den restlichen Abend mit der anderen Anderen zu verbringen. Und das arme Essen bleibt wie eine unberührte Jungfer bis zum Ende liegen. ‘Nen größeren Korb hätte es wohl an diesem Abend nicht geben können. Der Rest des Dates verläuft jedoch so langweilig, dass die kurze Lästerrunde in der Villa, bei der mal wieder Mimi gegen Michéle schießt, für die Kameras spannender zu sein scheint.

Am nächsten Morgen geht es bei einem Gruppendate in einem alten Touri-Doppeldeckerbus durch Berlin. Mit dürfen die sieben Mädels, die sich am schnellsten fertig machen können. Dass die ein oder andere im Schlafanzug oder ungemacht mit dabei ist, ist klar. Dass man dicke Wimpernfächer als natürlich bezeichnet, ist ebenfalls klar. Schließlich haben sich schon damals die Neandertaler-Damen Warzenschweinborsten auf die Augen gepappt. Kennt doch jeder.

In einem Frage-Antworten-Spiel sollen sich Niko und seine Herzdamen auf der Fahrt durch Berlin besser kennenlernen. Als die erste Dame nun friert, tauscht Niko kurzerhand die Schuhe mit ihr. Ein wenig schräg, aber immerhin sehr aufmerksam. Generell schneidet der Bätschi auf der Seltsamkeits-Skala bislang ganz gut ab. Doch dann kommt der Haken. Der Mann mag keinen Käse, nur „auf Pizza oder so“. Hoffentlich gilt das auch für seine Schuhe.

Liebe ist, wenn ich meinem Partner das letzte Stück vom Döner geben würde“ Bachlor-2021-Kandidatin Hannah beim Frage-Antworten-Spiel

Beim anschließenden Date mit Anna eröffnet Niko, dass er bereits Vater einer neunjährigen Tochter ist. Findet die Auserwählte aber gar nicht schlimm. „Also ich hab ja einen Hund“, antwortet Anna darauf. Stimmt, ist ja dasselbe. Wer kennt sie nicht, die Pubertät bei Hunden, den ersten festen Freund, späte Partys bis in den Morgen, Dogstagram.

Endlich nähern wir uns dem Ende: Bei der zweiten Nacht der Rosen (leider wieder im Partyschuppen à la N1 meets Kreml in der 1-Euro-Nacht) kommen zwei neue Frauen aus der Corona-Quarantäne dazu, die sich selbst direkt erstmal als „Bitches“ bezeichnen. Fast hört man schon das Dschungelcamp rufen, doch Neuling Linda klärt zuvor die Fronten: „So wie ich mich fühle, bin ich Königin. Ich habe keine Macken. Ich hab alles. Mein Gesamtpaket ist ‚Boom!‘“ Das lassen wir hier, einfach mal umkommentiert, stehen.

Die zweite im Boot ist Denise, und Denise konnte sich nicht entscheiden, ob sie nun Bein oder Boobies zeigt und entschied sich deshalb kurzerhand für beides. Hanz und Franz haben also nun ihren großen Auftritt, fallen dabei fast raus und Niko spricht von „Anziehung“. Mehr ausziehen geht aber auch nicht, muss man fairerweise sagen. Anschließend trudeln die weiteren Rosenuschis ein und der Kampf des Abends kann beginnen.

Die Frauen reißen sich um den Bachelor wie um ein Paar Louboutin-Schuhe im Super-Sale. Dass ihn noch keine angeleckt und „Meins!!!“ geschrien hat, wirkt selbst in Coronazeiten fast wie ein Wunder. Irgendwann hat aber auch ein Bachelor keinen Bock mehr auf das ganze Geschwafel, sodass er sich zurückzieht, um die Entscheidungen des Abends zu fällen. Und das stößt einer der Verschmähten besonders sauer auf.

Maria (die, die Namen schmecken kann) ist raus. „Männer haben sowieso nichts in der Birne. Männer sind einfach -ding, ding- dumm“, sagt die besonders reife Frau, während sie kichert und sich an den Kopf tippt. Verabschieden ist auch nicht drin. Hoffen wir nur, dass Maria sich von der Bachelorgage nochmal einen Schnellkurs im Benehmen im Kindergarten leistet. Tschüssikowski, Babydoll!

Keine Rose bekommen: Nadine und MariaAlle Episoden von „Bachelor in Paradise“ bei TVNOW.